Entsendung Arbeiten im Ausland

Entsendung – als Arbeitnehmer ins Ausland

Entsendung - Geschäftsfrau mit Laptop im FlugzeugWenn ein Arbeitnehmer auf Weisung seines deutschen Arbeitgebers für einen bestimmten Zeitraum im Ausland arbeitet, handelt es sich um eine Entsendung. Das gilt auch wenn der Arbeitnehmer eigens für die Auslandsarbeit eingestellt wird. Eine Entsendung ist immer zeitlich befristet, unterschieden wird hier nach den verschiedenen Zeiträumen:

  • Dienstreise, Dauer bis zu drei Monate
  • Abordnung, Dauer zwischen drei und zwölf Monaten
  • Delegation, Dauer zwölf Monate bis drei Jahre

Zusätzlich zum Arbeitsvertrag mit dem deutschen Arbeitgeber wird als Ergänzung ein Entsendungsvertrag geschlossen. Die Modalitäten des Auslandseinsatzes werden genau vereinbart, dabei handelt es sich um

  • die Aufgaben des Arbeitnehmers im Ausland
  • Definition des Weisungsbefugten im Ausland
  • Vergütung für die Auslandstätigkeit, Vereinbarung eines Zuschlags
  • Vereinbarung über die Kosten der Auslandskrankenversicherung
  • Regelung über die Begleichung der Umzugs- und Reisekosten
  • Kostenregelung für die Unterkunft vor Ort
  • Übernahme von Sprachkursen oder Kosten des Schulbesuchs der Kinder

 

Der ursprüngliche Arbeitsvertrag des Mitarbeiters hat weiterhin Gültigkeit und wird durch den Entsendungsvertrag lediglich erweitert. Kehrt der Arbeitnehmer nach seinem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurück, sollten die Aufgaben, die er dann übernehmen wird, klar definiert werden. Diese Vereinbarung wird auch als Wiedereingliederungsklausel bezeichnet.

 


Entsendung Guide

Sozialversicherungspflicht während der Entsendung

Entsendung - Arzt und zufriedene PatientinOb der Entsandte weiterhin Beiträge zur deutschen Sozialversicherung zahlen muss, oder im Tätigkeitsland zahlungspflichtig ist, hängt von den gesetzlichen Vorgaben ab. Damit keine doppelte Belastung erfolgt, gibt es Sozialversicherungsabkommen mit einigen Staaten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es in einigen Ländern zwar eine Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt, die Kranken- oder Unfallversicherung aber nicht gesetzlich geregelt ist. In diesen Fällen ist eine genaue Regelung erforderlich.

Im Zusammenhang mit der Sozialversicherungspflicht im Ausland spricht man von der Ausstrahlung. Nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuches bleibt der Entsandte, wenn der Auslandsaufenthalt eine bestimmte Dauer nicht überschreitet, in Deutschland sozialversicherungspflichtig, das deutsche Sozialversicherungsrecht „strahlt“ also bis ins Zielland aus. Wichtig ist, dass die zeitliche Begrenzung der Entsendung im Voraus erfolgt. Damit die Ausstrahlung gilt, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen:

  • der Mitarbeiter muss weiterhin bei seinem deutschen Arbeitgeber beschäftigt sein
  • das Gehalt wird in Deutschland abgerechnet
  • Weisungen erhält der Mitarbeiter weiterhin aus Deutschland
  • eine Befristung des Aufenthalts ist erforderlich

Bei einer Entsendung innerhalb der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum finden auf Grundlage einer EU-Verordnung Sozialversicherungsabkommen zwischen den einzelnen Staaten Anwendung. Üblicherweise bleibt der Mitarbeiter während des Auslandsaufenthaltes im Heimatland versichert.

Außerhalb der Europäischen Union gibt es mit einigen Staaten bilaterale Sozialversicherungsabkommen, die die Versicherungspflicht regeln. Hier ist jeder Einzelfall genau zu prüfen. Auskünfte erteilen die Sozialversicherungsträger. Gibt es mit einem Staat kein Abkommen, muss der Entsandte mit einer doppelten Beitragszahlung rechnen.

Besteuerung während der Entsendung

Grundsätzlich müssen in- und ausländische Einkünfte in Deutschland versteuert werden. Arbeitet der Arbeitnehmer im Ausland, muss er auch im Zielland Steuern zahlen. Darum gibt es Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und einigen anderen Staaten. Dabei werden die Einkünfte im Tätigkeitsland versteuert. Während dieser Zeit wird der Arbeitnehmer für diese Einkünfte von einer Besteuerung in Deutschland freigestellt.

Abweichend von diesem System gibt es die 183-Tage-Regelung: Hält sich ein Arbeitnehmer nicht länger als 183 Tage im Ausland auf, werden seine Einkünfte weiterhin im Inland versteuert. Wichtig ist, dass die Gehaltszahlung von Deutschland aus erfolgt und der Arbeitgeber nicht im Tätigkeitsstaat sondern in Deutschland ansässig ist.

Wird der Mitarbeiter in ein Land entsandt, mit dem es kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, ist er dort steuerpflichtig. Die dort bereits bezahlten Steuern kann sich der Arbeitnehmer auf die inländische Einkommensteuer anrechnen lassen.

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Entsendung - zufriedener MitarbeiterIn der Regel wird ein Arbeitnehmer aufgrund seiner beruflichen und fachlichen Qualifikationen an einen ausländischen Standort entsandt. Zur Bewältigung des Auslandsaufenthalts sollte daher eine intensive Vorbereitung gehören. Der Mitarbeiter und seine Familienmitglieder lernen nicht nur die Sprache des Ziellandes, sondern machen sich auch mit den kulturellen Gegebenheiten vertraut. Üblicherweise übernehmen die Arbeitgeber die Kosten für diese Vorbereitungen. Experten raten zu einer intensiven Startphase, da sich damit Anfangsschwierigkeiten im Zielland deutlich reduzieren lassen.

 

Idealerweise sollten vor allem die Sprachkenntnisse in den ersten Monaten vor Ort weiter intensiviert werden.

 

Die Vorteile einer Entsendung

Mitarbeiter erhoffen sich von einer Entsendung in der Regel einen größeren Verantwortungsbereich und eine schnellere berufliche Qualifikation – es geht also um die Verbesserung der Karrierechancen. Üblicherweise geht mit dem Auslandsaufenthalt auch eine Einkommenssteigerung einher. Das Interesse, etwas Neues kennenzulernen und sich mit der Kultur des Ziellandes vertraut zu machen, sollte vorhanden sein. Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer an ausländische Dependancen entsenden, wollen damit vor allem die Zusammenarbeit verbessern und den Mitarbeiter für weitere Aufgaben qualifizieren.

Anforderungen an den Mitarbeiter

Neben seiner fachlichen Qualifikation sollte der entsandte Mitarbeiter über ein stabiles persönliches Umfeld verfügen, teamfähig sein und die Bereitschaft mitbringen, sich auf die Kultur des Ziellandes einzulassen.


Entsendung Visum

Entsendung - Miniaturflugzeug und Reisepass auf WeltkarteBei den Einreiseregelungen kommt es auf die Bestimmungen des jeweiligen Ziellandes an. Wichtig ist, dass die Aufenthaltsbewilligung immer vor der Einreise beantragt wird.

Arbeiten innerhalb der EU

In der EU gibt es für Arbeitnehmer das Recht auf Freizügigkeit. EU-Bürger können mit ihrem Personaldokument wie Reisepass oder Personalausweis in ein Land der Europäischen Union einreisen. Eine längerfristige Aufenthaltserlaubnis erteilen die Staaten problemlos, wenn ein entsprechender Arbeitsvertrag und der Nachweis einer Krankenversicherung vorliegen.

Arbeiten in den USA

Für Länder außerhalb der EU gelten die jeweiligen Bestimmungen des Einreiselandes. Sehr viele deutsche Arbeitnehmer arbeiten in den USA. Hier gibt es das L-1 Visum, das zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren ausgestellt wird. Längstens gelten die Visa für maximal sieben Jahre. Voraussetzung für die Erteilung des L-1 Visums ist, dass das US-Tochterunternehmen zu einem Anteil von mindestens 50 Prozent der Muttergesellschaft gehören. Zudem muss der entsandte Mitarbeiter mindestens ein Jahr lang eine leitende Position im Unternehmen bekleidet haben.

Nimmt der Arbeitnehmer seine Familienangehörigen mit in die USA, so reisen diese mit dem L-2 Visum ein. Ehepartner haben die Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Zudem können die Familienmitglieder mit dem L-2 Visum öffentliche oder private Bildungseinrichtungen besuchen.

Arbeiten in China

Wird ein Mitarbeiter nach China entsandt, benötigt er ein Arbeitsvisum, das durch den Arbeitgeber beantragt werden muss. Innerhalb von 30 Tagen nach der Einreise muss dieses Arbeitsvisum in eine Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden. Üblicherweise wird die Genehmigung zunächst für ein Jahr ausgestellt, wird aber problemlos verlängert.


Entsendung – die beliebtesten Ziele weltweit

USA

Entsendung - Skyline von New York, USA.jpg
In den USA boomt die IT-Branche und so gibt es zahlreiche Mitarbeiter, die für eine bestimmte Zeit bei einem Tochterunternehmen im kalifornischen Silicon Valley arbeiten. Aber auch in großen Städten wie New York, Chicago, Washington oder Detroit gibt es Tochterunternehmen deutscher Firmen.

Asien

Entsendung - Goldener Tempel, Asien.jpg
Deutsche Unternehmen entsenden häufig Mitarbeiter nach China, Japan oder Korea. Aber auch in Thailand, Singapur oder Indonesien sind zahlreiche deutsche Arbeitnehmer für ihr Unternehmen tätig. Hier treffen die Arbeitnehmer auf eine völlig neue Kultur, so dass eine intensive Vorbereitung des Auslandsaufenthalts von entscheidender Bedeutung ist.

Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer sich auf Weisung seines Arbeitgebers ins Zielland begibt und der inländische Arbeitsvertrag bestehen bleibt. Mit einigen asiatischen Staaten besteht ein Sozialversicherungsabkommen, das als Grundlage dient.