Arbeiten im Ausland

Arbeiten im Ausland

Arbeiten Ausland - junge Geschäftsfrau mit GlobusNeue Länder entdecken, in eine andere Kultur eintauchen und vielleicht sogar eine neue Sprache lernen: Arbeiten im Ausland hat viele reizvolle Facetten. Immer mehr Deutsche machen sich auf den Weg, um ihren Lebensunterhalt in einem anderen Land zu verdienen. Dabei sind es durchaus nicht nur die „jungen Wilden“, also die Absolventen, die sich auf das Abenteuer Arbeiten im Ausland einlassen. Auch Menschen mit Berufserfahrung brechen immer wieder in fremde Länder auf, um sich dort beruflich weiterzuentwickeln.

Einige von ihnen schließen einen Vertrag auf Zeit, andere wiederum kehren Deutschland für immer den Rücken. Damit das Arbeiten im Ausland von Anfang an ein Erfolg wird, sollte das Unterfangen jedoch sorgfältig vorbereitet werden. Wer allerdings mit dem Gedanken spielt, nach einer Weile nach Deutschland zurückzukehren, der sollte besondere Vorkehrungen treffen, um nicht aus dem hiesigen Sozialsystem herauszufallen. Für diese Sonderform des Arbeitens im Ausland gibt es jedoch spezielle Beratungsstellen, die Sie schon im Voraus konkret und individuell unterstützen.


Möglichkeiten und Chancen zum Arbeiten im Ausland

Arbeiten Ausland - zurfriedene Frau mit LandkarteWer im Ausland arbeiten möchte, hat dafür mehrere Möglichkeiten, die sich vor allem im Hinblick auf die Dauer und auf die notwendigen Voraussetzungen voneinander unterscheiden.

Work and Travel

Diese Art des Jobbens im Ausland ist vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt. Studenten, die eine Auszeit nehmen und dabei neue Länder entdecken wollen, aber auch Abiturienten, die nach den letzten Prüfungen erst einmal etwas von der Welt sehen möchten, nutzen diese Möglichkeit, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei diesem Programm um eine Kombination aus Jobben im Ausland und Reisen. Die Dauer beträgt dabei zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten. Vorkenntnisse irgendwelcher Art sind meist nicht notwendig, da die Jobs auf Zeit meistens einfache Tätigkeiten beinhalten. Erntehelfer, Küchenhilfen oder Aushilfe auf einer Farm sind typische Beschäftigungen bei dieser Art des Jobbens im Ausland. Allerdings sollten die Bewerber der englischen Sprache halbwegs mächtig sein, damit die Verständigung mit dem Arbeitgeber klappt.

Work and Travel Aufenthalte, auch Working Holidays genannt, werden in der Regel von darauf spezialisierten Agenturen vermittelt. In visapflichtigen Ländern wie Australien, Kanada oder den USA gibt es spezielle Visa für diese kurzfristige Art des Jobbens im Ausland. Konkret gelten die folgenden Bedingungen:

  • In Australien müssen Sie für das Work and Travel Programm zwischen 18 und 30 Jahren alt sein, etwa 3000 Euro Rücklagen haben und deutscher Staatsbürger sein.
  • Für Kanada ist die jährliche Anzahl der Working-Holiday-Visa begrenzt, Sie sollten sich also frühzeitig bewerben. Neben dem Nachweis über finanzielle Rücklagen in Höhe von 2500 bis 3000 Euro müssen Sie ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.
  • Um am Work and Travel Programm in den USA teilzunehmen, benötigen Sie ein J1-Visum, das neben der Aufenthalts- auch eine Arbeitserlaubnis beinhaltet. Des Weiteren müssen Sie zwischen 18 und 30 Jahren alt sein, gut Englisch sprechen und bereits im Voraus eine Arbeitsstelle gefunden haben. Ausreichende finanzielle Rücklagen werden hier ebenso vorausgesetzt wie der Nachweis über die geplante Rückreise.

Eine Sonderform von Work and Travel sind Au Pair Aufenthalte, bei denen Sie als Babysitter fest in einer Gastfamilie leben. Dafür erhalten Sie Kost, Logis und ein wöchentliches Taschengeld. Wichtig hierbei ein Au Pair Aufenthalt stellt kein klassisches Arbeitsverhältnis dar sondern beruht auf gegenseitiger Hilfestellung. Erfolgt die Vermittlung über eine Agentur, wird dieses Jobben im Ausland so organisiert, dass das Visum nach Ablauf des Arbeitsvertrags noch eine Weile gültig bleibt – so haben Sie genügend Zeit, um Land und Leute kennenzulernen.

Praktika im Ausland

Arbeiten Ausland - junge, zufriedene LeuteIn vielen Studiengängen gehören Praktika mittlerweile zum Pflichtprogramm dazu.

Aber auch diejenigen Kommilitonen, bei denen das nicht der Fall ist, profitieren reichlich davon, wenn sie schon während des Studiums in die Praxis hineinschnuppern.

Ein Praktikumsplatz im Ausland ist eine gute Gelegenheit, die ersten Erfahrungen im zukünftigen Berufsfeld mit der Entdeckung einer anderen Kultur zu verbinden.

Ein wichtiger Aspekt bei dieser Art des Arbeitens im Ausland sind jedoch die Finanzen. Die Praktikumsbetriebe zahlen oft wenig oder gar keine Vergütung, sodass Sie im Voraus für die entsprechenden finanziellen Ressourcen Sorge tragen müssen. Wer Glück hat, findet einen Arbeitgeber, der wenigstens für die Unterkunft und/oder einen Teil der Reisekosten aufkommt – aber auch das ist nicht Standard. Es gibt jedoch für Bewerber, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, Stipendien zur Finanzierung eines Auslandspraktikums, unter anderem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Weitere potenzielle Stipendiengeber finden Sie beim Stipendienlotsen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aufgelistet.

Arbeiten im Ausland: EU

Dank der Arbeitnehmerfreizügigkeitsregelung der EU ist das Arbeiten im europäischen Ausland für deutsche Staatsbürger recht unkompliziert. Die Freizügigkeitsregelung ist eines der wichtigen Rechte eines jeden Bürgers der EU und besagt, dass er in jedem anderen Mitgliedsstaat

  • sein und bleiben
  • eine Arbeit suchen
  • diese Arbeit dort ausüben

darf, und zwar bei völliger Gleichbehandlung mit den Staatsangehörigen dieses Mitgliedsstaates. So steht ihm unter anderem bei der Jobsuche dieselbe behördliche Unterstützung zu wie den einheimischen Bewerbern. Ferner gelten für ihn dieselben sozialen und steuerlichen Vergünstigungen.
Um im europäischen Ausland zu arbeiten wird heutzutage keine Aufenthaltserlaubnis mehr benötigt. Es genügt, sich innerhalb einer bestimmten Frist bei den Behörden im Gastland anzumelden.

Perspektiven und Gelegenheiten

Arbeiten Ausland - Frau im FlugzeugSchickt ein deutsches Unternehmen einen Arbeitnehmer, der seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, zum Arbeiten in eine Niederlassung im Ausland, so spricht man von einer Entsendung. Dies gilt auch, wenn der betreffende Arbeitnehmer extra zu diesem Zweck eingestellt wurde. Sofern es sich um eine zeitlich begrenzte Entsendung im Rahmen eines in Deutschland bestehenden Arbeitsverhältnisses handelt, sind auch die Kriterien einer so genannten Ausstrahlung erfüllt. Dies spielt bei der sozialrechtlichen Anerkennung des Auslandsaufenthalts eine wichtige Rolle.

Arbeiten bei internationalen Organisationen wie der UNO

Für qualifizierte Fach- und Führungskräfte gibt es eine weitere Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten: den Dienst für eine internationale Organisation. Deutschland ist Mitglied in rund 200 solcher Organisationen, und wer einen dieser begehrten Arbeitsplätze bekommt, unterliegt fortan den jeweils eigenen steuer- und sozialrechtlichen Regelungen seines Dienstherren. Auch einreise- und aufenthaltsrechtliche Aspekte werden im Zuge einer erfolgreichen Bewerbung geregelt.

 


In welchen Jobs kann man im Ausland arbeiten?

Arbeiten Ausland - IT AushilfeDie Bandbreite an Jobs ist beim Arbeiten im Ausland im Grunde genommen genauso groß wie im Inland.

Von einfachen Hilfsarbeiten, die keine oder kaum Vorkenntnisse erfordern, bis hin zu Jobs für spezifische Berufsbilder ist alles möglich.

Selbst Arbeitsplätze für hochqualifizierte Fachkräfte, etwa in der IT-Branche, stehen zur Verfügung.

Beliebte Jobs sind unter anderem

  • Ärzte
  • Ingenieure
  • Geschäftsführer
  • Leitende Angestellte
  • Medizinisches Personal
  • Technische Angestellte

Allerdings hängt es stark von Ihren Sprachkenntnissen ab, ob Sie hierfür eingesetzt werden können. In vielen international ausgerichteten Firmen genügt es, wenn Sie Englisch sprechen, dies sollten Sie dann aber mündlich und schriftlich verhandlungssicher beherrschen. Wer hingegen im Ausland mit Menschen arbeiten möchte, etwa im sozialen, pflegerischen oder medizinischen Bereich, wird nicht umhin kommen, die jeweilige Landessprache zu lernen, um die Verständigung mit den Klienten bzw. Patienten zu ermöglichen.

Junge Leute, die im Rahmen eines Work and Travel Programms oder eines Saisonjobs im Ausland arbeiten möchten, benötigen jedoch meist keine speziellen Fachkenntnisse und kommen mit grundlegenden Sprachkenntnissen aus.

Generell ist noch zu bemerken, dass die Verfügbarkeit – vor allem bei längerfristigen Jobs – natürlich auch stark von der Arbeitsmarktsituation des jeweiligen Landes abhängt. Wer in Regionen arbeiten möchte, in denen derzeit eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht (wie beispielsweise Spanien), der sollte trotz der Arbeitnehmerfreizügigkeitsregelung dafür Sorge tragen, dass er bereits einen Job sicher hat, bevor er zum Arbeiten im Ausland aufbricht.


Welche Studienabschlüsse und Berufe werden im Ausland gesucht?

Arbeiten Ausland - motivierter ChemielaborantWenn junge Menschen aufbrechen, um im Ausland zu arbeiten, dann handelt es sich dabei oft um ein Projekt auf Zeit.

Sie nehmen – einmal abgesehen von fachbezogenen Praktika – meist Jobs an, für die keine spezielle Ausbildung nötig ist.

Menschen, die bereits fest im Berufsleben stehen oder zumindest ihre Ausbildung vollständig abgeschlossen haben, haben hingegen Interesse, auch im Ausland in ihrem Fachbereich zu arbeiten.

Für sie ist es deswegen wichtig zu wissen, welche Studienabschlüsse und Berufe in welchen Ländern am meisten gesucht werden. Hier eine kleine Übersicht:

  • In den USA sind vor allem Forscher aller Fachbereiche, IT-Spezialisten und Wirtschaftswissenschaftler gefragt.
  • In Kanada und den skandinavischen Ländern sind aufgrund des dualen Ausbildungssystems die klassischen deutschen Handwerksberufe hoch angesehen.
  • Länder, die stark vom Tourismus leben – zum Beispiel Österreich, Italien oder Spanien – haben immer Bedarf an Tourismuskaufleuten und anderen touristisch orientierten Berufen.
  • In der Schweiz hingegen werden deutsche Ärzte und deutsches Pflegepersonal nach wie vor gesucht. Dasselbe gilt auch für Norwegen.
  • Allgemein, das heißt weltweit gute Vermittlungschancen haben außerdem Baufachleute, Unternehmensberater, Finanzexperten und Deutschlehrer.

Die soziale Absicherung beim Arbeiten im Ausland

Arbeiten Ausland - Soziale Absicherung - Paar bei BeratungsgesprächEine der wichtigsten Fragen – wenn nicht sogar die allerwichtigste – beim Arbeiten im Ausland ist die nach der sozialen Absicherung.

Nicht viele Länder haben ein so ausgeklügeltes und – bei aller Kritik – leistungsstarkes Sozialsystem wie Deutschland.

Gibt es schon innerhalb der EU zum Beispiel im Hinblick auf die Krankenkassenversorgung deutliche Unterschiede, so gilt dies erst recht im weltweiten Vergleich.

Von den Leistungen, die ein AOK-Patient hierzulande per Gesetz erhält, können die Arbeitnehmer in den Entwicklungs- und Schwellenländern nur träumen.
Hinsichtlich der sozialen Absicherung ist beim Arbeiten im Ausland zunächst zu unterscheiden, ob es sich um eine Entsendung handelt oder nicht. Werden Sie als Arbeitnehmer von einem deutschen Unternehmen zum Arbeiten in eine Zweigstelle im Ausland geschickt und bleiben aber gegenüber Ihrem eigentlichen Arbeitgeber weisungsgebunden, so handelt es sich um eine Entsendung. Ist diese Entsendung außerdem zeitlich begrenzt, etwa weil sie nur für ein bestimmtes Projekt gilt oder die Dauer des Auslandseinsatzes vertraglich festgelegt ist, so greift für den Arbeitnehmer weiterhin das deutsche Sozialrecht – das heißt, Sie bleiben in Deutschland sozialversichert. Man spricht in diesem Fall sozialrechtlich von einer Ausstrahlung (§ 4 SGB IV). Wie lang der maximale Entsendungszeitraum dabei sein darf, ist von Land zu Land unterschiedlich. Innerhalb der EU sind es meist 24 Monate.

Unter Umständen (bei einer grenzüberschreitenden Beschäftigung) können dadurch für das Arbeiten im Ausland doppelte Sozialversicherungsbeiträge anfallen: in Deutschland und im Gastland. Um dies zu vermeiden, gelten für viele Länder spezielle Abkommen, die diese doppelte Veranlagung verhindern. Innerhalb der EU gilt diesbezüglich das Gemeinschaftsrecht, mit vielen außereuropäischen Staaten wurden entsprechende binationale Vereinbarungen getroffen. Praktisch bedeutet das, dass im Gastland die in Deutschland geleisteten Sozialabgaben anerkannt und deshalb keine zusätzlichen landesüblichen Abgaben eingefordert werden. Eine stets aktuell gehaltene Liste über alle (auch EU-) Länder, mit denen solche Abkommen bestehen, finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVAK).

Liegt jedoch keine Ausstrahlung vor, zum Beispiel weil die Entsendung in einen unbefristeten Auslandseinsatz umgewandelt wird oder weil Sie von vornherein auf eigene Initiative zum Arbeiten im Ausland sind, so gilt das Sozialrecht des Gastlandes. Dies kann bedeuten, dass sich der Abschluss zusätzlicher privater Vorsorgeversicherungen, zum Beispiel für die Rente, dringend empfiehlt. Innerhalb der EU ist die Rentenproblematik allerdings weniger gravierend, weil nach geltendem EU-Recht die in den einzelnen EU-Ländern erworbenen Rentenansprüche zusammengerechnet und dann in der Summe berücksichtigt werden.


Die gesundheitliche Absicherung beim Arbeiten im Ausland

Arbeiten Ausland - gesundheitliche Absicherung - Frau bei ImpfvorsorgeÜber die Gültigkeit Ihrer Krankenversicherung beim Arbeiten im Ausland haben Sie bereits im vorhergehenden Abschnitt einiges erfahren. Sofern es sich bei Ihrem Auslandsaufenthalt um eine Entsendung/Ausstrahlung handelt und mit dem betreffenden Gastland ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen besteht, gilt Ihre gesetzliche deutsche Krankenversicherung weiter. Betrifft die Entsendung Staaten, mit denen es kein Sozialversicherungsabkommen gibt oder bei denen das Abkommen die Krankenversicherung nicht beinhaltet – beispielsweise die USA – so können Sie gemeinsam mit Ihrem deutschen Arbeitgeber eine sogenannte Ausnahmevereinbarung beantragen.

Wird diesem Antrag von den Ansprechpartnern in beiden Ländern stattgegeben, so gilt – ausnahmsweise – beim Arbeiten im Ausland trotzdem das deutsche Sozialrecht. Zu beachten ist hierbei, dass die Ausnahmevereinbarung immer nur für alle Zweige der Sozialversicherung zusammen erteilt wird (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung). Der Ansprechpartner für Ausnahmevereinbarungen in Deutschland ist die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland, die ihren Sitz in Bonn hat.

Wenn Sie allerdings in Deutschland nicht sozialversicherungspflichtig sind, dann greifen natürlich beim Arbeiten im Ausland weder die Sozialversicherungsabkommen noch die Ausnahmevereinbarung – schließlich kann etwas, das in Deutschland nicht besteht, auch nicht im Ausland weitergelten. In diesem Falle ist mit Ihrer privaten Krankenversicherung zu klären, wie es weitergeht. In der Regel gilt der Versicherungsschutz bei kurzen Auslandsaufenthalten bis zu einem Monat uneingeschränkt weiter. Wenn Sie jedoch länger bleiben, so müssen Sie entscheiden, ob Sie während Sie im Ausland arbeiten eine einheimische Versicherung abschließen oder aber mit Ihrer deutschen Versicherung entsprechende Zusatzvereinbarungen treffen, die den Versicherungsschutz auf das Gastland erweitern. Letzteres wird zwar die Versicherungsprämie erhöhen, ist jedoch unbedingt empfehlenswert, wenn im Ausland keine zufriedenstellende Versicherungslösung angeboten wird. Sollten Sie hingegen für das Arbeiten im Ausland eine ausländische Krankenversicherung abschließen, so empfiehlt es sich – sofern eine Rückkehr nach Deutschland geplant ist – bei Ihrer privaten Krankenversicherung zuhause anzufragen, ob Sie den Vertrag für die Zeit Ihrer Abwesenheit auf ruhend setzen können. Dies hätte gegenüber einer Kündigung den großen Vorteil, dass Sie bei Ihrer Rückkehr keine erneute Gesundheitsprüfung ablegen müssen und auch nicht anhand Ihres aktuellen Alters tariflich neu eingestuft werden.

Im Hinblick auf die gesundheitliche Absicherung beim Arbeiten im Ausland gibt es jedoch noch einen weiteren Aspekt, der ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden darf: die Impfungen. Während es schon in Deutschland überaus leichtsinnig ist, auf eine regelmäßige Auffrischung der wichtigsten Impfungen zu verzichten, kann eine solche Nachlässigkeit in bestimmten Ländern lebensgefährlich werden. Infektionskrankheiten wie Malaria, Gelbfieber oder Typhus sind vor allem in feucht-warmen Gebieten weit verbreitet. Allerdings lässt sich mithilfe der entsprechenden Impfstoffe gut vorbeugen. Welche Impfungen für Ihr Zielland vorgeschrieben sind oder empfohlen werden, können Sie auf den Internetseiten des reisemedizinischen Instituts „Centrum für Reisemedizin“ detailliert einsehen.


Die rechtliche Absicherung beim Arbeiten im Ausland

Arbeiten Ausland - rechtliche Absicherung - Richter mit GesetzhammerWenn Sie im europäischen Ausland arbeiten möchten, dann benötigen Sie hierfür keine Arbeitserlaubnis – die bereits weiter oben beschriebene Arbeitnehmerfreizügigkeitsregelung erlaubt es Ihnen, in jedem Mitgliedsland der EU zu leben und zu arbeiten.

Um in der Schweiz arbeiten zu dürfen, benötigen Sie eine Aufenthaltsbewilligung. Diese bekommen Sie jedoch in der Regel problemlos ausgestellt, wenn Sie einen Arbeitsvertrag vorlegen können.

Für eine berufliche Tätigkeit in den USA benötigen Sie ein spezielles Visum. Dieses gilt jeweils nur für eine bestimmte Frist. Die legendäre Greencard, die eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beinhaltet, können Sie nur durch einen langfristigen legalen Aufenthalt in den USA erwerben. Es werden allerdings jedes Jahr im Herbst 55.000 Greencards verlost. Wenn Sie sich für diese Lotterie bewerben möchten, dann folgen Sie diesem Link. Vertrauen Sie jedoch bitte nur dieser offiziellen Seite und hüten Sie sich vor Betrügern, die für die normalerweise kostenlose Bewerbung Geld verlangen oder auf diese Weise Ihre Daten stehlen.

Für alle weiteren Länder gelten beim Arbeiten im Ausland ebenfalls jeweils spezifische Bedingungen für die Arbeitserlaubnis, die Sie am besten schon im Voraus klären. Ihre Vorgesetzten oder Kollegen im Gastland werden Sie sicherlich dabei unterstützen.

Ansonsten gelten, während Sie zum Arbeiten im Ausland sind, die dortigen Rechtsbestimmungen. Dies sollten Sie immer im Hinterkopf behalten – denn in einigen Ländern werden bestimmte Rechtsverstöße wie beispielsweise zu schnelles Fahren ungleich härter geahndet als in Deutschland. Aber auch zivilrechtliche Auseinandersetzungen können in einem fremden Land viel nervenaufreibender sein als zuhause. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie vor Ihrer Abreise eine Rechtsschutzversicherung abschließen, in deren Geltungsbereich Ihr Zielland fällt. Inzwischen gibt es Anbieter, die den Versicherungsschutz auch dann bestehen lassen, wenn Sie für mehrere Jahre im Ausland arbeiten. Der Rechtsschutz sollte neben zivilrechtlichen auch verkehrs-, arbeits- und eventuell sogar strafrechtliche Fälle abdecken. Außerdem empfiehlt sich ein Versicherer, der Ihnen im Fall der Fälle einen deutschsprachigen Anwalt in Ihrem Gastland vermitteln kann.


Was gibt es beim Arbeiten im Ausland noch zu beachten?

Geschäftsfrau mit KulturschockEin nicht zu unterschätzendes Phänomen, das beim Arbeiten im Ausland auftreten kann, ist der Kulturschock.

Es handelt sich hierbei keineswegs um eine zu belächelnde Übertreibung, sondern um ein tatsächlich auftretendes und gar nicht so seltenes Empfinden, das das mentale Gleichgewicht durchaus für eine Weile beeinträchtigen kann.

Typischerweise verläuft der Kulturschock in vier Phasen:

  1. Die erste Euphorie. Alles ist neu, alles ist wunderbar. Es gibt so viel zu entdecken, und das Fremde wird mit Staunen wahrgenommen.
  2. Die Krise. Nach einer Weile bemerkt man, dass in der anderen Kultur längst nicht alles perfekt ist. Dazu kommen die typischen „Fettnäpfchen“, in die man zwangsläufig tritt. Man fühlt sich ausgeschlossen, gestresst, unverstanden, vermisst vieles zuhause. Dies ist die schwerste Phase des Kulturschocks.
  3. Die Erholung. Wenn die Krise überwunden ist, folgt eine Phase der Erholung. Man beginnt, die neue Kultur und deren andersartige Handlungsweisen zu verstehen.
  4. Die Anpassung. Im letzten Stadium ist man schließlich in die neue Kultur integriert. Man versteht ihre Eigenarten und übernimmt teilweise sogar die fremden Handlungsweisen.

Ob und wenn ja wie heftig beim Arbeiten im Ausland der Kulturschock empfunden wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem davon, wie verschieden die andere Kultur von der eigenen ist, wie viel Kontakt man im Ausland zu seinen Landsleuten hat und wie gut man die fremde Sprache beherrscht. Wenn Sie planen, in einer von der deutschen sehr verschiedenen Kultur zu arbeiten, empfiehlt sich vorab ein interkulturelles Training. Denn je besser man die neue Kultur schon zu Beginn versteht, desto leichter fällt die Eingewöhnung.


Arbeiten im Ausland: Auswandern

Wer nicht nur für eine befristete Dauer zum Arbeiten ins Ausland geht, sondern für immer seine Zelte abbricht, der gehört zu den knapp 100.000 Auswanderern, die Deutschland jedes Jahr endgültig verlassen. Die Motive und auch die Zielländer sind meist dieselben wie beim zeitlich befristeten Arbeiten im Ausland. In vielen Fällen entscheiden sich Menschen auch erst vor Ort, nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Wer vorhat, seiner Heimat für immer den Rücken zu kehren, der sollte sich im Voraus ausgiebig über das Sozial- und das Rechtssystem im Zielland informieren. Hierfür gibt es professionelle Beratungsstellen.


Tipps für das Arbeiten im Ausland – die große Checkliste


An folgende Dinge sollten Sie denken, wenn Sie das Abenteuer Arbeiten im Ausland wagen möchten:

  • Arbeitsvertrag oder – innerhalb der EU – Ansprechpartner für die Jobsuche im Gastland
  • außerhalb der EU: Visum
  • außerhalb der EU: Arbeitserlaubnis
  • Unterkunft im Gastland
  • Impfschutz
  • Versicherungsschutz: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Rechtsschutz, Haftpflicht
  • Wohnung in Deutschland kündigen
  • Auto abmelden oder verkaufen
  • Möbel einlagern oder verkaufen