Richtig versichert in der Krisenregion

15. Oktober, 2015

Arbeit in der Krisenregion – Was zahlen Versicherungen?

Krisenherde nehmen zu. In vielen Ländern bestehen Risiken, von Kriegshandlungen betroffen zu sein. Bei einer Arbeit im Ausland ist das natürlich von besonderer Bedeutung. Denn wenn auch das Land selbst keine Krisenregion sein muss – so zum Beispiel Israel – kann es durch sich plötzlich ändernde politische und Sicherheitslagen zu gefährlichen Situationen kommen.

Aktuell gerät die Türkei verstärkt in eine solche Risikolage.

Das Wichtigste ist, sich selbst zu schützen. Aber ebenso wichtig ist es, die eigenen materiellen Risiken angemessen abzusichern. Nicht alle Versicherungen zahlen grundsätzlich, wenn es in Krisenregionen zu Schäden kommt. Die meisten „herkömmlichen“ Versicherungen schließen solche Schadengründe sogar weitgehend aus.

Das muss Ihre Versicherung können

Nicht alle, die im Ausland arbeiten, sind gleichermaßen abgesichert. Einem umfassenden Versicherungsschutz, gemessen am inländischen Standard, kommt die Absicherung für Expatriates am weitesten entgegen. Bei weiterbestehenden deutschen Arbeitsvertrag und, der Definition gemäß, befristeten Entsendungs-Aufenthalt gilt auch in Krisenregion der Versicherungsschutz der Unfallversicherung und der mit der Arbeitstätigkeit in Verbindung stehenden weiteren Versicherungen.

Expatriates werden im Allgemeinen über ihr Unternehmen angemessen versichert. Die Leistungstiefe der relevanten Versicherungen reicht in der Regel bis zur Abdeckung von Aufenthalten in Krisenregionen, es sei denn, der Versicherte nimmt aktiv an Kriegs- und Aufruhrhandlungen teil. Je nach Anbieter sind auch entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu beachten, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. So kann bspw. ein Geschäftstermin in einem konkreten Krisengebiet abgesichert sein, wenn der Arbeitnehmer sich bereits dort befindet – eine Reise in ein ausgewiesenes Krisengebiet jedoch kann mit Hinweis auf die entsprechenden Sorgfaltspflichten vom Versicherungsunternehmen als nicht gedeckt angegeben werden.

Geleistet wird vor diesem Hintergrund in der Regel:

  • Schaden- und Kostenersatz bei körperlich erlittenen Beschädigungen im Rahmen von spontanen Demonstrationen, denen der Arbeitnehmer nicht mehr aus dem Weg gehen konnte
  • Kostenerstattung bei Schäden, die auf Arbeitswegen und im unmittelbaren Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit auftreten
  • gemeinhin auch Schadenersatz, wenn die Ereignisse den Arbeitnehmer „überrollt“ haben, er also keinen unmittelbaren und eigenen Einfluss auf seine Lage hatte.

Versicherungsschutz bei Arbeit im Ausland

Grundständig und nicht entsandt im Ausland Arbeitende sind in der Regel vor Ort hinsichtlich ihrer Arbeitstätigkeit entsprechend versichert. Oft bestehen jedoch zusätzlich abgeschlossene Versicherungen, wie eine Krankenkostenzusatzversicherung oder Ähnliches. Hier sollte, wenn es in der Arbeitsregion zu Krisensituationen kommt, mit dem Versicherer Rücksprache gehalten werden, welche Auswirkungen das auf den Versicherungsschutz hat.

Schutz der privaten Versicherungen beachten

Die im privaten Umfeld abgeschlossenen Versicherungen gelten nicht zwangsläufig für berufliche Aufenthalte. Besonders prüfenswert ist die Leistungsgültigkeit einer Lebensversicherung. Während die Lebensversicherung bei privatem Aufenthalt in Kiegs- und Krisengebieten nicht leistet, wenn es zum Äußersten kommt, kann es bei beruflichen Reisen auf die konkrete Situation ankommen. Das sollte im Vorfeld einer beruflichen Reise unbedingt mit dem Versicherer geklärt werden.