Ohne Jobangebot nach Kanada – weniger als 600 Punkte nötig

17. November, 2015

600 Punkte – „magische Grenze“ auch 2016 unterschritten

Kanada gilt als eines der strengsten Länder, wenn es um Einwanderung und Arbeit im Ausland geht. Qualifikation und persönliche Eignung werden hart bewertet. Eigenschaften wie berufliche Ausbildung, Erfahrung auf höherer hierarchischer Ebene, Zusatz-Qualifikationen oder besondere Fähigkeiten werden in einem Punktesystem abgebildet. Diejenigen, die die meisten Punkte vorweisen können, werden eingeladen ihre Unterlagen einzusenden.

600-Punkte-Grenze besonders interessant

Die 600-Punkte-Grenze ist vor dem relativ hohen internationalen Konkurrenzdruck besonders interessant. Denn die kanadische Regierung legt für ihre Einwanderungs- und Arbeitspolitik regelmäßig neue Grenzwerte für die Bewertung fest, ab deren überschreiten überhaupt erst Einladungen verschickt werden.

Die 600 Punkte sind vor allem deswegen wichtig, weil man sie ohne Vorliegen einer zugesagten Arbeitsstelle in Kanada erreichen kann. Mehr als 600 Punkte sind nur durch eine Einladung durch einen kanadischen Arbeitgeber erreichbar – denn schon die Einladung allein wird mit 600 Punkten gewertet.

Liegt die Grenze darunter heißt das: Man kann zur Aufnahme einer Arbeit in Kanada einwandern, ohne eine konkrete Jobzusage bereits in der Tasche zu haben. Vorausgesetzt, die Qualifikation stimmt. Denn die Qualifikation wird auch nach Berufsgruppen und den Bedürfnissen des kanadischen Arbeitsmarkts bewertet. Und nicht nur das.

2015 war zum 8. Mal in Folge eine Qualifikationsgrenze von weniger als 600 Punkten festgelegt.

Bedeutet das Erreichen der aktuellen Grenze automatisch eine Einladung?

Nein. Generell wird der Versand der Einladungen an diejenigen mit den insgesamt meisten Punkten begonnen. Die Anzahl ist begrenzt. Das Erreichen der aktuellen Punkte-Grenze bedeutet lediglich, dass man überhaupt auf die Liste der potentiell Einzuladenden genommen wird. 

Darüber hinaus wird über die Erteilung einer Einreiseerlaubnis zur Arbeit erst auf Grund der eingesandten Unterlagen entschieden.

Wichtig sind vor allem:

  • passender, d.h. gesuchter Beruf
  • gute Gesamt- und speziell Sprachbildung (in Kanada neben Englisch oft auch Französisch)
  • persönlicher Hintergrund (u.a. Straffreiheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei der Einreise).

Liegt die Zusage für eine Arbeitsstelle bei einem kanadischen Unternehmen vor, sind die Hürden für eine Einreiseerlaubnis im Allgemeinen trotzdem leichter zu nehmen.