Kulturschock – muss das sein?

11. Januar, 2016

Kulturschock – Wie umgehen mit der neuen Umgebung?

1951 beschrieb die amerikanische Anthropologin Cora DuBois erstmals das Erlebnis „Kulturschock“ wissenschaftlich und es zeigte sich: Es ist ein wiederkehrendes, bei vielen Menschen ähnlich verlaufendes Phänomen, wenn sie in eine andere Umgebung kommen.

Wie schwer „es einen erwischt“ hängt natürlich, wie vieles andere auch, von der persönlichen Konstitution ab. Fest steht jedoch, dass besonders bei Übernahme einer Arbeit im Ausland der Fokus meist auf der Arbeitsstelle, den Arbeitsabläufen, der richtigen Reiseabsicherung und dem Kontaktaufbau in die Heimat liegt.

Und so seltsam es klingt: Für viele ist die erste Zeit in einem noch unbekannten Ausland eine echte Überraschung – alles ist so neu!

Dabei hätte man damit natürlich rechnen können. Aber unter all der Vorbereitung kommt das Private meist zu kurz und der Expatriate ist mit der neuen Umgebung meist trotz langer Vorbereitungsphasen relativ plötzlich konfrontiert. Sprachbarrieren und oft auch kulturelle Differenzen machen ein „heimisch fühlen“ schwer. Meist ist die Unterbringung in der ersten Zeit auch noch im Hotel oder in entsprechend eingerichteten Firmenwohnung. Alles deutet auf die eigene Fremdheit in der Umgebung hin.

Der Kulturschock äußert sich oft schon unmittelbar nach dem Eintreffen, wenn man niemanden versteht, logistische Abläufe noch nicht kennt und Schilder nicht lesen kann. Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung sind unvertraut. Meist kennt man noch niemanden von den neuen Kollegen.

Einige der Punkte gehören zum arbeiten im Ausland einfach dazu – anderen kann man vorbeugen.

Kulturelle Fremdheit

Recherche ist das A und O vor der Abreise. Für viele hat es sich gelohnt, abends Geschichten oder Nachrichten aus dem späteren Arbeitsland zu lesen, insbesondere Reiseführer oder Kultur-Bücher. Ein Beispiel neben vielen anderen ist die Buchreihe „KulturSchock“ des Reise-Know-how-Verlags. Sie zeichnet ein weit gefächertes, nicht nur auf Metropolen und Arbeitsbereiche festgelegtes Bild des Arbeitslandes.

Diese Herangehensweise lohnt sich generell, unabhängig von Büchern: Den Blick heben, das Land als Ganzes betrachten. Das mindert das Gefühl der Kleinheit und Vereinzelung beim ersten Ankommen.

Zudem ist es hilfreich, kulturelle Besonderheiten im Verhalten vor Ort richtig deuten zu können. Und: Weiß man ein wenig über die Kultur, bewegt man sich automatisch sicherer. Die Befürchtung von vielen, unabsichtlich unangenehm aufzufallen, wird nicht genährt.

Sprache

Nicht immer – sogar recht selten – gelingt es angehenden Expatriates, einen umfassenden Sprachkurs vor Antritt der Reise zu absolvieren. Zwar ist es von großem Vorteil, die Landessprache zu beherrschen. Für den Anfang ist aber aber auf jeden Fall zu empfehlen, sich ein paar gängige Floskeln für die Begrüßung und zur Verabschiedung anzueignen und auch ausdrücken zu können, ob einem etwas gefällt oder nicht. Auch das sorgt für mehr Sicherheit, wenn man neben dem arbeiten auch im Ausland leben will. Man hat schon erste Anhaltspunkte im Alltag, was rundherum so gesprochen wird.

Weiterführende Informationen

Je mehr Informationen Sie über das Land Ihrer Wahl haben, desto besser. Nicht nur kulturelles und sprachliches Wissen, auch die Aktualität vor Ort sind wichtig. Verschiedene Foren haben sich für viele Länder etabliert. Aber auch das Auswärtige Amt stellt Informationen bereit, die für einen Aufenthalt im Ausland sehr relevant werden können.