Immer wieder Dasselbe!(?) Smalltalk im Business

21. Dezember, 2015

Sie kennen das. Das zehnte Geschäftstreffen, ein Seminar im beruflichen Umfeld oder mit Branchenkollegen, Messen und Kongresse. Sie kennen einige Leute schon, andere sind neu und sie wollen Kontakte knüpfen. Aber etwas Konkretes steht noch nicht im Raum und außerdem wäre es unhöflich, sofort mit der Tür ins Haus zu fallen.

Gleichzeitig sind geschäftliche Umgebungen selten so entspannt, dass man ungezwungen und „frei von der Leber weg“ reden könnte. Unbekannte Befindlichkeiten müssen ebenso berücksichtigt werden wie politisch andere Meinungen und religiöse Hintergründe. Lockerheit und Unbefangenheit kann von kaum jemandem erwartet werden.

Damit der Eintritt in den Tag oder die Kongresswoche nicht zum Spießrutenlauf wird oder in Peinlichkeiten endet, haben wir einige Handreichungen zusammengetragen, die einen Gesprächseinstieg erleichtern und eine wichtige persönliche Ebene finden helfen, auf der sich zukünftige Unterhaltungen bis hin zu Verhandlungen oder Einstellungsgesprächen leichter gestalten lassen.

Scheuen Sie sich nicht vor Offensichtlichem. Bedienen Sie naheliegende Themen und durchbrechen Sie selbstbewusst und natürlich das Eis. Denn letztlich gehen alle besser miteinander um, wenn Gezwungenheiten überwunden sind.

Diese Themen können Sie angstfrei bedienen

  • Die Anreise
    Wie sind Sie angekommen? War die Reise von Strapazen, Wartezeiten, Wetterunbilden oder aber von herausgehoben positiven Ereignissen geprägt? Berichten Sie in einfachen Sprachbildern und authentisch davon, ohne zu übertreiben oder aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Das Gegenüber wird einstimmen, denn selten gehen Reisen ohne besondere Eindrücke vonstatten. Gelingt es Ihnen, einen unbemüht positiven Touch in Ihre Berichte zu bringen, haben Sie auch gleich die Gewogenheiten meist schnell auf Ihrer Seite.

 

  • Der (Veranstaltungs)Ort
    Irgendwo treffen Sie sich ja mit Ihren Gesprächspartnern gerade. Was liegt also näher, als über den Ort zu sprechen? Das kann ganz allgemein die Ortschaft des Treffens sein, der Veranstaltungsort selbst oder auch die Region. Fällt Ihnen etwas zum Ort, seiner Geschichte, zur Architektur oder Ähnlichem ein? Raus damit.Vermeiden Sie aber zu spezielle Fakten oder Vorträge, auch wenn Sie zufällig Spezialist für das Hofbräuhaus sind. Ein smart ass ist selten ein angenehmer Gesprächspartner. Ist Ihnen am Ort etwas Besonderes aufgefallen? Sie müssen nicht alles wissen. Fragen Sie nach Auffälligkeiten ruhig in die Runde. Das wird Ihnen u.U. sogar als besondere Aufmerksamkeit ausgelegt und ermöglicht auch anderen ein neugieriges Mitreden und Mitspekulieren.

 

  • Das Wetter
    Keine Scheu vor dem Wetter. Ist es besonders gut, besonders schlecht, trieft Ihr Gegenüber noch vom eben durchlittenen Regenguss? In bestimmten Situationen ist nichts leichter, als das Wetter zu einem guten Gesprächseinstieg zu benutzen.

 

  • Individuelle Merkmale: Beruf, Herkunft, Profession und Zweck des Aufenthalts – es sei denn, es ist offensichtlich
    Was macht die- oder derjenige eigentlich, mit der oder dem Sie gerade sprechen? Wenn Sie nicht gerade auf einem Internistenkongress sind und davon ausgehen können, dass es sich um einen Kollegen handelt oder wenn sein Beruf nicht deutlich auf einem Namensschild an seiner Brust prangt, fragen Sie. Es wird sich umgehend ein Gespräch in die richtige Richtung entwickeln, wenn Sie empathisch auf die Tätigkeit des anderen eingehen können.

 

  • Persönliche Interessen
    Sie wollen nicht gleich in medias res gehen? Oder Berufsgespräche folgen sowieso noch? Dann hoffen Sie doch auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Gegenüber nicht bloß ein Berufsmensch ist. Was interessiert ihn? Was macht er neben dem Beruf? Und wenn es nur aktuelle Bücher oder Filme sind – Sie finden sicher ein kurzes Gespräch darüber.

 

  • Essen und Trinken
    Und? Wie ist das Essen bisher? Waren die kleinen Quark-Schälchen am Eingang nicht vorzüglich? War der Wein wirklich so hochwertig, wie die Etiketten versprochen haben? Das kulinarische Umfeld ist ein dankbares Thema, wenn es vorhanden ist. Auch hier gilt: Lästern geht schnell. Aber den besseren, nachhaltigeren Eindruck erzielen positiv geteilte Momente.

 

Was nicht?
Tabus gibt es aber bei aller Lockerheit. Das geht nicht.

 

  • Politik und Religion
    Selten eine gute Idee, mit seinen auch noch so liberal angenommenen politischen oder religiösen Ansichten ins Gespräch zu starten. Sie kennen das Gegenüber nicht. Und dieser Lebensbereich verdient Respekt und sollte aus Geschäftsthemen herausgehalten werden.Einzige Ausnahme: Politische und gesellschaftliche Ereignisse von herausragender Bedeutung. Kommt die Sprache darauf, äußern Sie ruhig eine Silbe dazu, vermeiden Sie also den „Elefanten im Raum“. Verlassen Sie das Thema aber so schnell wie möglich wieder.
  • Zu viel Persönliches
    Sie haben gerade Probleme mit dem Rücken, die Haut juckt, Ihr Haar ist widerspenstig oder Ihr Mann zickt rum, weil Sie schon wieder auf so einem Kongress sind? Das sollte Ihre Sache bleiben, es sei denn, Sie sind beim Arzt oder beim Friseur.
  • Tratsch
    Hat der Müller – den der andere kennt oder auch nicht – nicht neulich, obwohl er verheiratet ist? Egal ob Ihre heißen Infos Kollegen, ihren Chef oder vertrauliche Informationen aus dem Unternehmen beinhalten: Es wirft nicht nur auf Müller, sondern vor allem auf Sie selbst ein schlechtes Licht, wenn Sie damit hausieren gehen.

 

Ansonsten gilt: Locker und selbstbewusst mit einem Sinn für Angemessenheiten müssen Sie nicht der Entertainer sein. Aber ein angenehmer Gesprächspartner, der durchaus auch Zuhören kann, werden Sie damit auf jeden Fall.