Geschäftsreise: Fluglinie muss bei Verspätungen Schadenersatz zahlen

25. April, 2016

Kommt es bei einer Geschäftsreise zu Flugverspätungen, kann der Arbeitgeber Schadenersatz von der Airline verlangen. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (Rechtssache C-429/14) hat entschieden, dass die Fluggesellschaft für Schäden haftet, die durch die Verspätung entstanden sind.


Übereinkommen von Montreal regelt Verspätungen

Im konkreten Fall ging es um eine Geschäftsreise zweier Mitarbeiter des Sonderermittlungsdienstes der Republik Litauen. Ein geplanter Flug der Mitarbeiter von Vilnius über Riga und Moskau bis nach Baku in Aserbaidschan dauerte 14 Stunden länger als geplant. Der Arbeitgeber musste daraufhin zusätzliche Kosten in Höhe von 338 Euro begleichen, die er von der Airline zurückforderte. Diese lehnte eine Zahlung der Erstattung ab. Der Fall kam in Litauen bis vor den Obersten Gerichtshof, der den Europäischen Gerichtshof um eine Vorabentscheidung bat.

Der Europäische Gerichtshof stimmte dem Kläger zu und entschied, dass die Airline für den Schaden haftbar gemacht werden könne. Dabei könne der Arbeitgeber nur die im Montrealer Übereinkommen festgelegte Höchstsumme für Verspätungen fordern, die bei 5.000 Euro liegt. In dem internationalen Übereinkommen werden Haftungsfragen im zivilen Luftverkehr geregelt. Darüber hinaus urteilte der EuGH, dass die Schadenersatzleistung für den Arbeitgeber die Summe nicht übertreffen dürfe, die der einzelne Reisende einfordern könne.