Finnland führt neues Arbeitnehmer-Entsendegesetz ein

20. Juni, 2016

Die finnische Regierung hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, mit dem eine Richtlinie der EU im Land umgesetzt werden soll. So müssen ausländische Unternehmen, die Mitarbeiter nach Finnland entsenden, die Entsendung in Zukunft über ein elektronisches Formular bei der finnischen Arbeitsschutzbehörde anzeigen.


Umfassende Kontrolle von Arbeitsbedingungen für Expatriates

Die EU-Kommission will mit den Entsenderichtlinien für einen gerechteren europäischen Arbeitsmarkt sorgen und gleiche Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen für Expatriates schaffen. Nach Angaben der Deutsch-Finnischen Handelskammer sind aufgrund der EU-Vorgaben einige weitreichende Änderungen erforderlich. Demzufolge wird das Arbeitnehmer-Entsendegesetz in Finnland neu erlassen. Das neue Gesetz sieht eine umfassende Kontrolle der Arbeitsbedingungen von Expatriates in Finnland vor. Damit will das Land arbeitsrechtliche Mindeststandards auch auf Mitarbeiter ausweiten, die aus einem anderen EU-Land entsandt werden.


Elektronische Meldepflicht kommt 2017

Weitere Grundlagen des bereits bestehenden Gesetzes bleiben unverändert bestehen. So werden Vorschriften im Hinblick auf Mindestlöhne, Arbeitszeiten und Arbeitsschutzbestimmungen auch in das neue Gesetz aufgenommen. Insgesamt gibt es in Finnland rund 160 allgemeinverbindliche Tarifverträge auf die weiterhin Bezug genommen wird. Nach Angaben der Handelskammer soll das Gesetz am 18. Juli 2016 in Kraft treten. Die elektronische Meldepflicht wird es nicht sofort geben, da ein entsprechendes Verfahren zunächst noch entwickelt werden muss. Mit einer Einführung wird im Laufe des Jahres 2017 gerechnet.