Der Europäische Arbeitsausweis – Was kann er?

08. Februar, 2016

Europäischer Arbeits-Ausweis: Leichter im Ausland arbeiten

Bürokratische Hürden waren (und sind) für viele mit einem Arbeitseinstieg im Ausland verbunden. Hintergrund eines jeden Anerkennungsverfahrens ist der Schutz von Verbrauchern und von Verbandsinteressen, die die Qualifikation zur Berufsausübung wahren.


Erleichterung für medizinische Berufe

Die Europäische Kommission hat die Mobilität zunächst für medizinische Berufe bereits wesentlich erhöht durch die Einführung eines berufsbezogenen europaweit gültigen Berufs-Ausweises. Unmittelbar profitieren davon:

  • Apotheker
  • Krankenpflegepersonal
  • Physiotherapeuten

Das Berufsspektrum ist grundsätzlich jedoch nicht beschränkt

Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass das Spektrum der zugelassenen Berufe nicht begrenzt ist. Berufsverbände können ihr Interesse an dem vereinfachten Qualifikations-Prüfungsverfahren kundtun und ebenfalls von erleichterten europäisch-internationalen Anerkennungsverfahren profitieren.

Inhaber der European Professional Card (EPC), wie sie englisch genannt wird, dürfen im jeweiligen Land ihren Beruf ausüben. Die Ausbildungsstandards sind entsprechend anerkannt, wenn der Ausweis bestätigt wird.

Besonderes Interesse besteht für:

  • Immobilienmakler und Ingenieure
  • aber auch Berg- und Fremdenführer oder Ski-Lehrer

Aus dieser Gruppe ist für Immobilienmakler und Bergführer die Prozedur bereits nutzbar.


Wie und wo kann man sich registrieren?

Die Registrierung erfolgt über die EU-Seite „Your Europe“ und wird dem Ziel nach vollständig online abgewickelt. Der „Arbeits-Ausweis“ kann selbst ausgedruckt werden. Der Antrag kann in allen europäischen Sprachen gestellt werden.

Verbände von Berufsgruppen haben großes Interesse an unbürokratischen Abläufen, wenn sie Projekte grenzüberschreitend oder für einen Auftraggeber im Ausland ausführen sollen. Anerkennungen waren bisher über verschiedene Stellen und Berufsverbände in den jeweiligen Ländern zu beschaffen – zeitaufwendig und oft unübersichtlich.

Das neue System sieht vor: Bundes- oder Landesbehörden (je nach Berufsgruppe) prüfen die Gültigkeit des Abschlusses und ordnen ihn international ein. Die anerkennende Behörde des jeweiligen Ziel-Landes ist dann verpflichtet, diese Einordnung anzuerkennen und die entsprechende Arbeitserlaubnis zu erteilen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe:

„Der europäische Berufsausweis verbessert die Anerkennung von EU-Diplomen für Gesundheitspersonal. Dadurch können Apotheker, Pfleger und Physiotherapeuten leichter dort tätig sein, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig werden Betrügereien künftig erschwert, das stärkt die Patientensicherheit.“ (Bundes-Pressemitteilung)[http://www.bmg.bund.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2015-4/eu-berufsanerkennungsrichtlinie.html]

Derzeit gilt das zusätzlich auch für Immobilienmakler und Bergführer.

Doch es gilt weiterhin, aufmerksam zu bleiben. Nicht alle Zulassungen erlauben eine Tätigkeit auf dem gesamten Arbeitsmarkt oder gelten auch dann, wenn der Arbeitnehmer sich im Ausland niederlassen will. Weiterhin muss hier also das Berufsanerkennungsverfahren [] beachtet werden, das in vielen Fällen bilateral zwischen Deutschland und dem jeweiligen Gastland geregelt ist und mit Rücksicht darauf, ob der Abschluss akademisch oder auf Grund einer Ausbildung erlangt worden ist.

Der Arbeits-Ausweis ist aber ein wichtiger und erleichternder Schritt für ein verbundeneres Europa und für die leichtere Aufnahme einer Arbeit im Ausland.



Bildquelle:
fotolia:
#87951791 | Urheber: llhedgehogll