Brexit: Folgen für Expariates noch nicht absehbar

27. Juni, 2016

In der vergangenen Woche hat sich eine knappe Mehrheit in Großbritannien für einen Austritt aus der EU ausgesprochen. Seitdem wird über die Folgen des Brexits heftig diskutiert. Ein deutliches Abrutschen des Pfunds und Trubel auf den Finanzmärkten gab es bereits direkt nach dem britischen Votum. Auch für Expatriates, die in England arbeiten, wird der EU-Aussteig vermutlich Folgen haben.


2,2 Millionen EU-Ausländer arbeiten in Großbritannien

Im Vereinigten Königreich arbeiten etwa 2,2 Millionen Ausländer aus der Europäischen Union, davon sind etwa 133.000 Deutsche. Vor allem im Finanzsektor in London sind zahlreiche Expats tätig. Wenn die City of London nicht mehr Teil der EU ist, könnte das für den Arbeitsmarkt drastische Folgen haben. So gibt es bereits Berichte, dass die Deutsche Bank den Devisenhandel von London nach Frankfurt verlagern wird. Auch J.P. Morgan gab bereits vor dem Brexit-Votum bekannt, Standorte zu verändern und Stellen zu verlagern. Bisher haben viele Unternehmen aus den USA London als Basis für ihre europäischen Aktivitäten genutzt. Diese Situation ändert sich mit dem Brexit grundlegend und neue Überlegungen sind notwendig.


Neuregelung von Reise- und Arbeitsfreiheit

Die endgültigen Folgen des EU-Ausstiegs sind noch nicht abzusehen. Der Ausstieg wird sich vermutlich über einen Zeitraum von rund zwei Jahre hinziehen, die genauen Bedingungen sind von den Austrittverhandlungen abhängig. Vereinbarungen zur Reise- und Arbeitsfreiheit müssen neu geregelt werden. Bisher erlauben die EU-Freizuügigkeitsregeln, dass EU-Ausländer in anderen Mitgliedsstaaten wohnen und arbeiten dürfen. Der Status von Expatriates ist also für die Zukunft noch ungewiss. In einem Bericht geht das Nachrichtenmagazin „n-tv“ davon aus, dass Fachkräfte auch in Zukunft willkommen sein werden, während sich die Bedingungen für Geringqualifizierte vermutlich verschlechtern.