BGH-Urteil: Kunden müssen hohe Umbuchungskosten übernehmen

17. Oktober, 2016

Hohe Umbuchungskosten für Pauschalreisen sind zulässig. Der Bundesgerichtshof entschied, dass Reiseveranstalter Kunden Kosten in Rechnung stellen können, wenn die Reise auf eine andere Person umgebucht wird. (BGH Az. X ZR 107/15 und Az. X ZR 141/15).


Teure Neubuchung von Flugtickets

Bei den vorliegenden Fällen hatten Kunden Reisen nach Dubai und Thailand gebucht. Wegen einer Erkrankung konnten die Pauschalreisen nicht angetreten werden. Zwei Tage vor Flug sollten die Reisen auf Wunsch der Kunden auf Dritte übertragen werden. In diesem Fall hätten die Veranstalter dem Kundenwunsch entsprochen, die angefallenen Kosten für eine Neubuchung der Flugtickets jedoch in Rechnung gestellt. Für eine Neubuchung der Flugtickets entstandenKosten in Höhe von 725 bzw. 1.648 Euro. Nach den Bestimmungen der Airlines können Tickets nicht auf einen neuen Namen umgeschrieben werden, sondern es müssen neue Flugtickets erstellt werden. Da die Kunden mit den hohen Kosten nicht einverstanden waren, traten sie kurzfristig von ihren Pauschalreisen zurück. Da der Rücktritt unmittelbar vor Reisebeginn erfolgte, wurden Stornogebühren in Höhe von 85 und 90 Prozent fällig. Vor Gericht forderten die Kläger nun die Erstattung des kompletten Reisepreises. Nach Ansicht des BGH kann der Reiseveranstalter Kunden bei einer Umbuchung alle anfallenden Kosten in Rechnung stellen. Die hohen Kosten in den vorliegenden Fällen sahen die Richter als gerechtfertigt an. Der BGH betonte, Reiseveranstalter müssten ihre Verträge mit den Fluggesellschaften nicht so gestalten, dass kostengünstige Namensänderungen möglich seien.


Stornogebühren bei Reiserücktritt

Der Rücktritt von einer Reise ist grundsätzlich jederzeit möglich. Dabei haben Kunden jedoch die entsprechenden Stornogebühren zu zahlen. Je näher der Beginn der Reise rückt, desto höher fallen die entsprechenden Gebühren aus. In der Regel müssen Reisende, wenn sie ihre Reise wenige Tage vor der Reise oder noch am Reisetag selbst absagen bis zu 90 Prozent der Kosten tragen. Möglich ist nicht nur eine Absage, sondern auch eine Übertragung auf Dritte. Die dafür entstehenden Mehrkosten müssen dann vom Kunden getragen werden. Um sich vor den Risiken zu schützen, ist der Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung zu empfehlen. Muss der Reisende seine Reise absagen, übernimmt die Versicherung die entstehenden Stornokosten.


Versicherungsschutz im Ausland

In den meisten Fällen kommt es nicht zu Stornierungen und Reisende treten den lang ersehnten Urlaub an. Auch hier sollten sie mit einem entsprechenden Versicherungsschutz für den Auslandsaufenthalt vorsorgen. Mit einer Auslandskrankenversicherung sowie weiteren Absicherungen wie einer Reise-Gepäckversicherung oder einer Reise-Haftpflichtversicherung treffen sie eine ausgezeichnete individuelle Vorsorge.