Auf ins Ausland – oder lieber doch nicht?

25. Januar, 2016

Es zeigt sich: Firmen müssen ihre Mitarbeiter stärker motivieren

Wie der Spiegel berichtet sinkt bei vielen Berufseinsteigern und auch Führungskräften die grundsätzliche Motivation, einen Berufsschritt im Ausland zu wagen.

„Fachkräfte sind sich ihres Wertes bewusst und wissen, was sie wollen. Sie möchten, dass die Unternehmen auf sie zukommen“, zitiert das Magazin Goran Baric von der Personalberatung PageGroup.

Wenn junge Angestellte und Führungskräfte überhaupt eine Stelle oder ein Projekt im Ausland übernähmen, dann nur nach ausgewählten Kriterien. Insgesamt, so der Tenor in der deutschen Wirtschaft unter den international agierenden Unternehmen, spielt die oft schon in Kindheit und Jugend erlebte Reiseerfahrung eine große Rolle bei der Auswahl der angestrebten Ziele. Das europäische Ausland ist vielen meist sehr gut vertraut, die USA haben viele im Schüler- oder Studierendenaustausch erlebt. Fazit: Derzeit ist merklich der asiatische Markt, insbesondere China das beliebteste Entsendungsziel.


China weiter attraktives Arbeitsziel

Der internationalisierte chinesische Markt bietet seit einigen Jahren vor allem gut qualifizierten Führungskräften und Facharbeitern eine optimale Arbeitsgrundlage. Allerdings sind von allen in China tätigen Expatriates nur rund 3% aus Deutschland, die meisten kommen aus Südkorea und den USA. Sie leben und arbeiten konzentriert auf die Wachstumsorte an den Küsten und Metropolen. Weit mehr als drei Viertel von ihnen arbeitet in international agierenden Unternehmen.


Besser hier als anderswo: Das Gesamtkonzept zählt

Trotzdem bleiben viele angehende Führungskräfte lieber in Deutschland, als im Ausland nach Qualifikation und Anerkennung zu suchen. Die Bewertung des Gesamtpakets spielt eine bedeutende Rolle bei der Wahl des Arbeitsziels.

Zum Beispiel die persönliche Situation. Sie wird grundlegend mit mehr Gewichtung belegt. Und wenn der Arbeitsort oder die Dauer des Projekts nicht passen, sorgt oft auch nicht eine überdurchschnittliche Bezahlung für genügend Motivation. „Der Job soll sich nach ihrem Lebensentwurf richten und nicht umgekehrt“, zitiert Der Spiegel einen Unternehmenssprecher des Autoherstellers BMW.


Wer geht, hat gute Chancen

Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch: Wer sich für Projekte und Arbeitsplätze im Ausland interessiert, hat gute Chancen, seinen avisierten Platz zu finden. Unternehmen müssen verstärkt auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen, um lohnenswerte Stellen auch zu besetzen. Landeskenntnisse und Sprachkenntnisse sind dabei von großem Vorteil – also keine Angst vor bereits vertrauten Umgebungen.

Auf der anderen Seite wächst auch die Sensibilität von Unternehmen, ihre Mitarbeiter entsprechend vorzubereiten und auszubilden, wenn sie ins Ausland entsandt werden sollen.



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