Auf die richtige Vorbereitung kommt es an

30. September, 2015

Arbeiten im Ausland bietet viele neue Perspektiven, ist aber auch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden, die zu meistern sind. Insbesondere Steuern und Sozialversicherung, sowie gegebenenfalls die Suche nach einem geeigneten ergänzenden Versicherungsschutz sind wichtige Punkte, die es in jedem Fall zu klären gilt. Weil sich die Voraussetzungen dabei von Land zu Land unterschieden, sollte in jedem Fall eine professionelle, individuelle Beratung im Vorfeld erfolgen.

Ein beruflicher Aufenthalt im Ausland bietet viele Chancen und Vorteile. Wer sich entscheidet, im Ausland zu arbeiten, kann daher in vielerlei Hinsicht davon profitieren. Immer mehr Arbeitgeber wissen das Engagement, die Erfahrungen aber auch die sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen, die sich im Laufe eines Auslandsaufenthaltes sammeln lassen, zu schätzen und honorieren sie entsprechend. Für die Karriere bedeutet dies in der Regel einen deutlichen Schub nach vorn. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Auslandsaufenthalt handelt, der aus eigener Initiative oder auf Anweisung des Arbeitgebers erfolgt.

Welches Zielland?

Wer im Auftrag seines Arbeitgebers zum Arbeiten ins Ausland geht, hat in der Regel nicht die Wahl, in welches Land er geht. Wer sich hingegen aus eigenen Stücken entscheidet, vorübergehend oder dauerhaft im Ausland zu arbeiten und neue Erfahrungen zu sammeln, kann sein Zielland frei wählen. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei zum Beispiel:

  • Schon vorhandene Sprachkenntnisse
  • Erfahrungen mit Land und Kultur, z. B. aus früheren Auslandsaufenthalten
  • Relevanz für den Berufszweig oder die eigene Branche

Letztendlich bleibt die Wahl des Ziellandes bei einem beruflichen Auslandsaufenthalt in jedem Fall eine sehr individuelle Entscheidung.

Wie im Ausland arbeiten?

Unabhängig vom Zielland für den Arbeitsaufenthalt im Ausland gibt es bei allen Chancen und Vorteilen immer auch zahlreiche Dinge zu beachten. So sind beim Arbeiten im Ausland in jedem Fall zwei Dinge genau zu klären:

  • Sozialversicherung
  • Lohnsteuer

Dabei spielt die Form der Beschäftigung im Ausland eine besonders wichtige Rolle. Erfolgt der berufliche Auslandsaufenthalt im Auftrag des Arbeitgebers, liegt eine sogenannte Entsendung vor. Wichtig ist im Falle einer Entsendung, dass der Aufenthalt im Ausland von vornherein vertraglich auf eine bestimmte Zeitspanne festgelegt ist. Unterschieden werden je nach Aufenthaltsdauer:

  • Dienstreise – bis drei Monate
  • Abordnung – drei bis zwölf Monate
  • Delegation – zwölf bis 36 Monate

Von Land zu Land verschieden – Steuern und Sozialversicherung

Die Frage, ob eine Entsendung vorliegt oder nicht, ist deshalb so wichtig, weil sie einen entscheidenden Faktor bei der Klärung der Sozialversicherungspflicht während des Auslandsaufenthaltes darstellt. In vielen Fällen liegt bei einer Entsendung ins Ausland nämlich eine sogenannte Ausstrahlung vor. Das heißt, dass das deutsche Sozialversicherungsrecht auch im Ausland gilt, also ausstrahlt und die betroffene Person damit auch der Sozialversicherungspflicht in Deutschland unterliegt. Voraussetzungen für eine Ausstrahlung sind:

  • Eine klare vertragliche Begrenzung der Aufenthaltsdauer im Ausland
  • Abrechnung des Gehalts in Deutschland
  • Der Mitarbeiter bleibt weiterhin gegenüber seinem Arbeitgeber in Deutschland weisungsgebunden

Damit es im Falle einer Ausstrahlung nicht auch zu einer Doppelversicherung kommt, hat Deutschland mit zahlreichen Staaten ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen. Darunter insbesondere die Staaten der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums. Aber auch darüber hinaus gelten zwischen Deutschland und zahlreichen anderen Staaten bilaterale Sozialversicherungsabkommen, die eine Doppelversicherung verhindern.

Neben der Sozialversicherung spielt die Besteuerung während des Arbeitsaufenthaltes im Ausland eine weitere große Rolle. Ähnlich wie bei der Sozialversicherung kann der Steuerpflichtige letztlich zwei Steuersystemen unterliegen und so sowohl in Deutschland als auch im Zielland steuerpflichtig sein. Aus diesem Grund bestehen auch im Bereich des Steuerrechts zahlreiche Abkommen zwischen Deutschland und weiteren Staaten, die eine solche Doppelbesteuerung unterbinden – sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen. Je nach Abkommen und Regelung können die Betroffenen im Tätigkeitsland oder auch nur in Deutschland steuerpflichtig sein. Besteht sowohl im Tätigkeitsland als auch in Deutschland Steuerpflicht, besteht in den meisten Fällen die Möglichkeit, bereits im Ausland gezahlte Steuern in Deutschland anrechnen zu lassen, oder das zugrundeliegende Einkommen von der Besteuerung in Deutschland auszunehmen.

Beim Arbeiten im Ausland immer individuell beraten lassen

Wer einen beruflichen Aufenthalt im Ausland plant, sollte sich in jedem Fall professionell und umfassend beraten lassen. Das gilt vor allem für den gesetzlichen aber auch für den privaten Versicherungsschutz sowie die Besteuerung der Einkommens. Eine solche Beratung sollte in jedem Fall individuell erfolgen, weil sowohl der Versicherungsschutz als auch die Besteuerung von von vielen individuellen Faktoren abhängen, wie zum Beispiel:

  • Zielland
  • Art der Versicherung
  • Persönliche Einkommensverhältnisse
  • Art und Dauer der Beschäftigung
  • etc.

In einer persönlichen Beratung lassen sich eventuelle Lücken im Versicherungsschutz ausfindig machen und mit passenden Versicherungsangeboten gezielt schließen. Einem erfolgreichen Arbeitsaufenthalt im Ausland steht dann nichts mehr im Wege.