How to act in… Wichtige Business-Verhaltensregeln Teil 2

04. Januar, 2016

Reisen ins Ausland bergen neben den geschäftlich normalen Unwägbarkeiten auch kulturelle Unsicherheiten.

Für einige der wichtigsten global players haben wir die bedeutsamsten kulturellen Besonderheiten zusammengetragen. Wir setzen unsere Mini-Reihe mit den geschäftlichen Gepflogenheiten in Japan und im arabischen Raum fort.

Wichtige Verhaltensregeln für Japan

Japan ist zwar Asien – aber Japan ist nicht China und Asien ist nicht Japan. Gepflogenheiten und Höflichkeiten variieren hier. Vor allem die Begrüßung ist förmlicher, Riten sind verbindlicher.

Zur Begrüßung verbeugen sich die Geschäftspartner voreinander. Das kann, je nach Umgebung, eine tatsächliche Verbeugung sein, Hände auf den Oberschenkeln aufgelegt, Oberkörper gerade nach vorn gebeugt. Häufig wird von ausländischen Gästen diese strenge Form nicht erwartet. Aber durchaus ist ein deutliches Nicken oder Vorbeugen des Kopfen mindestes Anzeichen von Einwilligung in die Gepflogenheiten.

Bietet Ihr Gegenüber die Hand, weil er sich kulturell ebenfalls informiert hat, greifen Sie zu – überlassen Sie aber ihm diese Geste und reißen Sie sie nicht an sich.

Grundsätzlich wird auch in Japan auf zurückhaltendes Auftreten Wert gelegt – neben einem gepflegten Äußeren. Rechnen Sie vor allem damit, in vielen Situationen Ihre Schuhe ausziehen zu müssen, nicht nur beim Sicherheitscheck auf dem Flughafen. Beim Besuch traditioneller japanischer Restaurants, in privaten Empfangsräumen, beim Arzt oder in Tempeln (zu deren Besuch es im Rahmen eines geschäftlichen Aufenthalts durchaus kommen kann) ist das Tragen von Schuhen verboten. Löcher im Strumpf oder in der Strumpfhose wirken ungepflegt und fallen unangenehm auf.

Auch wenn in manchen Branchen in Europa oder den USA business casual üblich ist oder sogar zum Standard gehört – Jeans sollten auf einem Geschäftstreffen in Japan gegen Anzug und Hemd mit Krawatte getauscht werden. Wirkung und seriöses, zurückhaltend individuelles Auftreten wird positiv gewertet.

Visitenkarten

Lassen Sie ihre Visitenkarten anpassen. Am besten zweisprachig in Englisch und Japanisch. Lassen Sie dabei Ihren Namen aber nicht einfach in japanische Laute übersetzen, sondern engagieren Sie einen Profi, der Ihren Namen ins japanische überträgt. Der Klang deutscher Namen auf japanisch kann peinliche Wortparallelen und Doppeldeutigkeiten beinhalten.

Überreichen Sie die Visitenkarte aufmerksam mit beiden Händen. Empfangen Sie auch die vom Gegenüber aufmerksam, finden Sie ein paar Bemerkungen dazu und legen Sie sie anschließend vor sich auf den Tisch. Stehen Sie, stecken Sie sie anerkennend in eine Jacken-, keinesfalls in eine Hosentasche. Und schreiben Sie im Beisein des Gegenüber nichts drauf.

Halten Sie auch nach dem Geschäftstreffen Kontakt, auch wenn der Inhalt nur smalltalk ist. Beziehungspflege wird anerkennend gewertet.

Beim Geschäftsessen in Japan

Ruhe und Ausgeglichenheit zählen auch in Japan. Keine wilden Gesten, keine politischen Themen und keine „Altherrenwitze“ sind die Basis. Sicherer Umgang mit Stäbchen beim Essen ebenfalls. Das sollten Sie ggf. vor der Geschäftsreise üben. Klappt das nicht oder könnten Sie nur dilettieren, retten Sie die Situation, wenn auch nicht optimal, damit, dass Sie auf Messer und Gabel zurückgreifen. Besser so, als dass Sie sich blamieren.

Handhaben Sie die Stäbchen auch beim Essen zurückhaltend. Keine wilden Gesten – und stecken Sie sie nicht in den Reis und lassen sie drin stecken. Das spielt auf Beerdigungsriten an, ähnlich wie in China.

Aber: Als Mann schlürfen Sie ruhig beim Essen, das zeugt davon, dass es schmeckt. Auch können Sie – ohne unbedingt das Essen aus dem Mund fallen zu lassen – beim Essen reden. Und im Gegensatz zu diesem Abschnitt: Vergleichen Sie nicht zwischen Japan und China, auch wenn Sie Erfahrungen in beiden Ländern gesammelt haben.

Nach dem Geschäftsessen

Dem Essen folgt meist, besonders wenn es am Tagesabschluss liegt, ein geselliges Beisammensein. In der Kneipe nehmen Sie zunächst Einladungen an, auch wenn Ihnen das Angebotene nicht direkt zusagt. Kosten Sie, später können Sie nach eigenem Wunsch nachbestellen.

Sitzen Sie am Tisch und beginnt der Abend förmlicher, gießen Sie sich nicht selbst nach. Schenken Sie einem Tischnachbarn ein, er wird sich revanchieren, wenn er nicht von selbst tätig wird.

Alkohol wird meist selbstverständlich dazu genossen. Das hebt teilweise auch die sonst strengen Konventionen auf. Gerät die Situation außer Kontrolle, belassen Sie es dabei. Wärmen Sie am nächsten Tag nichts auf.

 

Geschäftliches Gebaren im arabischen Raum

Für den arabischen Raum können kaum verlässliche allgemeine Verhaltens-Tipps zusammengestellt werden. Die kulturellen Regionen sind zu verschieden.

Aber einige Eckpunkt gelten übergreifend.

  • Höflichkeit
    Treten Sie zurückhaltend, höflich und ohne direkte Forderungen auf. Setzen Sie Ihr Gegenüber nicht unter Druck. Das verzögert vom Behörden- bis zum Geschäftsvorgang alles unnötig.
  • Seriosität
    Kleiden Sie sich angemessen. Männer und Frau folgen den herkömmlichen Gepflogenheiten im Business-Bereich und kleiden sich dezent ohne allzu große Auffälligkeiten. Frauen aus dem Westen gelten dabei meist als gleichwertige Gesprächspartner – aber stören Sie sich nicht öffentlich an der an vielen Orten sehr vom Westen verschiedenen Art, wie die Rolle der Frau ansonsten bewertet wird.Verhandeln auch über längere Stecken gilt als angemessen und natürlich. Vertreten Sie Ihre Vorstellungen selbstverständlich und selbstbewusst, seien Sie aber auch zu Kompromissen bereit.
  • Religion im Alltag
    Religion und ihre öffentliche Ausübung und überhaupt ihre Präsenz ist im Alltag gegenwärtiger als in anderen Teilen der Welt. Gläubige Moslems beten 5 mal am Tag. Betreten Sie keine Moschee während der Gebetszeiten, wenn Sie nicht selbst Moslem sind. Außerhalb dieser Zeiten ziehen Sie wie die anderen auch Ihre Schuhe aus, wenn Sie zum Besuch geladen werden. Als Frau kommt es höflich an, wenn Sie Ihre Haare bedecken, vielleicht sogar mit einem Tuch.

Geschäftsessen im arabischen Raum

Gastfreundschaft steht im Vordergrund. Der Gastgeber wird seine Bewirtung an Ihnen ausrichten, auch die Mehrzahl seiner Handlungen gilt Ihnen. Seien Sie höflich genug auch dann freundlich und nach Möglichkeit zustimmend zu agieren, wenn die Abläufe befremdlich sind.

Für den Gastgeber sind auch unverbindliche Äußerungen von Ihnen erst zu nehmende Aufforderungen. So kann aber ein Satz wie „Zu Hause esse ich gern Schwein, hier schmeckt mir aber auch Lamm.“ zu unangenehmer Stille führen, denn der Gastgeber wäre gezwungen, Ihnen Schwein zu servieren, was aber in der Regel mit seinen religiösen Ansprüchen kollidiert.