How to act in… Business-Verhaltensregeln Teil 1

21. Dezember, 2015

Reisen in fremde oder auch vermeintlich bekannte Länder bergen neben den geschäftlich normalen Unwägbarkeiten vor allem kulturelle Unsicherheiten im Umgang mit den Geschäftspartnern.

Für einige der wichtigsten global players haben wir kurze Übersichten über die bedeutsamsten Verhaltensweisen und kulturellen Besonderheiten zusammengestellt. Wir beginnen mit den USA und mit der Volksrepublik China.


Das Wichtigste im Geschäftsleben in den USA

In den USA können Sie sich benehmen, wie zu Hause auch: Selbstsicher, angemessen höflich, direkt und der Situation angepasst. Konventionalisierte Standards gibt es innerhalb mancher Branchen – Geschäftsessen in Finanzbranche sind förmlicher als anderswo – aber sind selten übergreifend bindend. Persönliche Eigenheiten oder kleine Fehlgriffe werden in der Regel toleriert.

Die Richtung muss stimmen

Beginnen Sie Treffen mit unverbindlichem, lockeren Smalltalk ohne Politik oder Religion. Aber strukturieren Sie geschäftliche Vorträge und Präsentationen klar und schnörkellos. Sie dürfen und müssen auf den Punkt kommen. Zurückhaltung in der Selbstdarstellung kann wie die Unfähigkeit dazu wirken. Stehen Sie natürlich zu den Stärken Ihres Unternehmens oder Ihrer Person.

Beim amerikanischen Geschäftsessen

Anders als in anderen Ländern wird das Beisammensein in den USA von der besuchten Lokalität und der damit verbundenen kulturellen Ebene bestimmt. Sprich: Eher italienisch, spanisch, griechisch, mexikanisch… Aber in durchaus lockerem Verständnis. Im Zweifel spielen individuelle kulturelle Hintergründe des Unternehmens, das Sie besuchen, eine wichtigere Rolle.

Anzugsordnung

Konventionen gibt es keine strengen, aber seriöses, wertiges, nicht extrovertiertes Äußeres sind gern gesehen. Jedoch können Jeans und Jacket üblich für die Branche sein. Das sollten Sie vor dem Geschäftsbesuch in Erfahrung bringen. Sie können direkt nach der Existenz eines Dresscodes fragen, wenn Sie unsicher sind. Denn wenn Sie in Anzug und Krawatte in einer eher legeren Umgebung erscheinen, wirken Sie schnell versteift oder schlicht overdressed.


Geschäftlicher Umgang in China

Hektische Reden, direkte Absagen und verzögerungslose Entscheidungen, die auch noch überstürzt wirken könnten. Das macht in China keinen guten Eindruck im Geschäftsleben.

Gehen Sie bedächtig vor und besonnen, besonders, wenn Sie zum ersten Mal mit einem chinesischen Geschäftspartner verhandeln und einen Abschluss anstreben.

Die aus Filmen bekannten Gepflogenheiten mit Verbeugungen und Riten sind zwar sehr überdeutet. Trotzdem sind wichtige Gepflogenheiten zu beachten, wenn Peinlichkeiten oder sogar Ablehnung im Umgang mit chinesischen Geschäftsleuten vermieden werden sollen.

Erster Kontakt
Begrüßen Sie Ihren Geschäftspartner ruhig mit Handschlag, wenn er diese Geste andeutet. Aber vermeiden Sie ein zu hartes und zu langes Zudrücken. Senken Sie auch die Augen nach einigen Momenten wieder und unterbrechen Sie den direkten Augenkontakt wieder, um nicht den Eindruck zu erwecken, Sie starren ihr Gegenüber an.

Überreichen Sie kleine Gastgeschenke. Sie sollten jedoch einen gewissen Wert besitzen – ideell, aber auch monetär. Und halten Sie Ihre Visitenkarte bereit, auch wenn Sie sich schon kennen. Überreichen Sie sie mit beiden Händen und nehmen Sie die Visitenkarte Ihres Gastgebers ebenso entgegen.

Im Geschäftsumgang
Seien Sie pünktlich, achten Sie auf ein dezentes, gepflegtes Äußeres. Gedeckte Farben unterstreichen einen bescheidenen Auftritt.

Noch zu den Farben: Weiß ist in der chinesischen Tradition die Farbe des Todes, nicht der Geburt oder des Lebens. Vermeiden Sie also weiße Blumen, weiße Anzüge oder weiß verpackte Geschenke. Auch Gelbtöne sollten Sie zurückhaltend einsetzen.
Natürlich sind auch Chinesen weltläufig und können Fauxpas‘ einordnen. Dennoch wirkt es von geringerer Professionalität, wenn man sich als Geschäftspartner für die kulturellen Gepflogenheiten seines Gegenübers nicht interessiert.

Erhalten Sie eine Einladung im geschäftlichen Umfeld, sprechen Sie eine Gegeneinladung aus. D.h. auch: Machen Sie sich bereits vor der Abreise in Ihrem Unternehmen Gedanken, was Sie ggf. anbieten können, um Peinlichkeiten oder stressige Improvisationen zu vermeiden.

Das Wichtigste: Alles dreht sich um „die Wahrung des Gesichts“. Ob Fehler unterlaufen oder nicht, Sie sollten ihrem Geschäftspartner immer die Möglichkeit einräumen, einen positiven Aspekt des Geschäftsverlaufs in seinem Unternehmen präsentieren zu können. Selbst bei planerischen Desastern spielt das eine große Rolle. Geschäftsverhältnisse werden meist nicht fortgesetzt, wenn es zu einem „Gesichtsverlust“ kommt – also kein Vertrauen mehr besteht.

Beim Geschäftsessen
Besondere Bedeutung kommt dem Geschäftsessen zu. Nicht nur, dass generell mündliche Verhandlungen einen höheren Stellenwert haben als Gesprächsprotokolle, vor allem dient es dem persönlichen Kennenlernen als Basis geschäftlicher Beziehungen.

Darum vermeiden Sie unhöfliches oder unangenehmen auffallendes Verhalten:

  • ungeduldiges, hektisches und lautes Benehmen beim Essen
  • lernen Sie, mit Stäbchen zu essen
  • lassen Sie in der Folge nach dem Essen die Stäbchen einfach im Schälchen oder daneben – legen Sie sie keinesfalls parallel auf die Schüssel, stecken Sie sie nicht in den Reis oder werfen Sie sie nicht auf den Boden
  • nutzen Sie eine leer gegessene Schale nicht als „Tischmülleimer“
  • gestikulieren und hantieren Sie nicht im Gespräch mit den Stäbchen