Auslandskrankenversicherung in den USA – Was bei Arbeitsaufenthalten zu beachten ist

Krankenversicherung in den USA: der Patient Protection and Affordable Care Act (Obama Care)

In den USA gibt es kein öffentliches Versicherungssystem, eine staatliche Krankenversicherung ist bisher nicht geplant. Jeder Mensch ist für seine eigene Gesundheit verantwortlich und schließt entweder eine private Krankenversicherung ab (meist Geringverdiener) oder zahlt die anfallenden Kosten für Gesundheitsleistungen selbst.

Erst 2013 wurde der Patient Protection and Affordable Care Act – PPACA – verabschiedet. Ziel der auch unter dem Namen Obama Care bekannten Reform war es, durch eine Versicherungspflicht mehr Menschen in den USA zu ermöglichen, Gesundheitsleistungen zu erhalten. Wenn alle dazu verpflichtet sind, eine Krankenversicherung abzuschließen, wird es für den einzelnen günstiger. Wer keine Krankenversicherung abschließt, obwohl er es sich leisten könnte, wird mit einer Strafgebühr belegt. Im Jahr 2015 lag sie bei $ 325 pro Person bzw. bei 2 % des Haushaltseinkommens – je nachdem, welches der höhere Betrag von beidem war.

Der Patient Protection and Affordable Care Act betrifft nur jene, die in den USA steuerpflichtig sind. Das bedeutet, dass Urlauber, Austauschstudenten und AuPairs nicht dazu verpflichtet sind, der Obama Care beizutreten – vorausgesetzt, ihre eigene Krankenversicherung entspricht den minimalen Anforderungen der amerikanischen Krankenversicherung und erbringt Leistungen für:

  • ambulante Behandlungen
  • Aufenthalt im Krankenhaus
  • Geburt und Mutterschaft
  • Service im Notfall
  • Missbrauch von Suchtmitteln
  • psychische Krankheiten
  • Medikamente
  • Untersuchungen im Labor
  • Rehabilitationsmaßnahmen bei chronischen Krankheiten, Verletzungen oder Behinderungen
  • Untersuchungen zur Vorsorge und Wellness-Programme
  • Versorgung beim Kinderarzt

Medizinische Versorgung in den USA

Die medizinische Versorgung der USA ist ausgezeichnet und entspricht den europäischen Standards. Sie ist aber wesentlich teurer. Behandlungskosten können in den USA leicht das Zehnfache dessen erreichen, was in Deutschland an Kosten anfiele. Das liegt unter anderem daran, dass:

  • Kosten für Entwicklung und Forschung von medizinischen Gerätschaften und Arzneien sehr hoch sind und auf das Endprodukt umgelegt werden
  • es kein staatliches Gesundheitssystem gibt und dementsprechend auch keine festgeschriebenen Kostensätze
  • ohne festgeschriebene Kostensätze jeder Arzt und jedes Krankenhaus individuell abrechnet

Gesundheit wird als Business betrachtet. Eine gute private Krankenversicherung gehört also auf jeden Fall ins Gepäck, wenn Sie in den USA arbeiten und leben wollen.

Ob Sie für Ihren Aufenthalt in den USA der Obama Care beitreten müssen oder selbst für Ihre Krankenversicherung sorgen, hängt davon ab, ob der Grund Ihres Aufenthaltes in den Staaten eine Steuerpflicht nach sich zieht. Wir stellen Ihnen daher ein paar Beispiele vor, anhand derer Sie Ihre Situation besser einschätzen können.


Auslandskrankenversicherung in den USA – Urlaub, Studium, AuPair und Work & Travel in den USA

Reisen Sie aus folgenden Gründen in die USA, gehören Sie nicht zu jenen, auf die der Patient Protection and Affordable Care Act zutrifft:

  • Urlaub
  • Studium
  • AuPair
  • Work & Travel

Da Sie bei diesen Anlässen während Ihrer Zeit in den USA nicht der dortigen Steuerpflicht unterliegen, sind Sie nicht verpflichtet, der Obama Care beizutreten. Die medizinische Versorgung in den USA ist jedoch sehr teuer, weshalb es sehr ratsam ist, eine eigene Krankenversicherung abzuschließen. Bestenfalls beinhaltet Ihre Versicherung auch eine Rückholversicherung für den Notfall.

Studium und Krankenversicherung in den USA

Reisen Sie für einen Studienaufenthalt in die USA, so bieten die Hochschulen vor Ort und die Austauschorganisation verschiedene Möglichkeiten der Krankenversicherung in den USA. Folgende Möglichkeiten sind denkbar:

  • obligatorische Gruppenversicherung: Internationale Studenten sind dazu verpflichtet, sich bei ihrer Immatrikulation bei einer bestimmten Krankenversicherung und zu spezifischen Bedingungen zu versichern.
  • Waive – obligatorische Gruppenversicherung mit optionaler Befreiung: Internationale Studenten können ihre eigene Krankenversicherung mitbringen.
  • private Auslandskrankenversicherung: Für den Fall, dass weder Hochschule noch Austauschorganisation eine Krankenversicherung anbieten oder vorschreiben, können internationale Studenten selbst entscheiden, wo sie sich versichern lassen.

Es sollte jedoch immer geprüft werden, welche Leistungen die Krankenversicherung umfasst. Manche Versicherungen decken nur grundlegende Behandlungen ab, schließen aber zahnärztliche Behandlungen oder einen Rücktransport in die Heimat aus. Wichtige Kriterien, die es zu überprüfen gilt, sind zudem die Dauer der Versicherung und die Möglichkeit einer Versicherungsbestätigung in englischer Sprache, die den Hochschulen bzw. Austauschorganisationen oder evtl. anderen Institutionen vorgelegt werden kann.


Auslandskrankenversicherung in den USA – als Auswanderer oder Expat in den USA

In den folgenden Situationen ist absehbar, dass Sie in den USA steuerpflichtig sein werden:

  • wenn Sie in die USA auswandern und dort eine Beschäftigung annehmen werden
  • wenn Sie in die USA entsandt werden

Sie haben in diesen Fällen folgende Möglichkeiten, sich gesundheitlich abzusichern:

  • amerikanische Grundversorgung: eine zertifizierte Krankenversicherung der USA mit geringem Leistungskatalog
  • zusätzliche Versicherung zur amerikanischen Grundversorgung: beispielsweise über ausländische Tarife
  • amerikanische Krankenversicherung: hochwertige Versicherung mit Zertifizierung

Krankenversicherung in den USA über den Patient Protection and Affordable Care Act

Sind Sie in einem amerikanischen Unternehmen beschäftigt, wird dieses einen Teil der Kosten für die Grundversorgung übernehmen. Für Vollzeitangestellte und bei Familienversicherungen handelt es sich dabei um folgende Anteile:

  • Vollzeitangestellte: Der Arbeitgeber übernimmt mind. 72,5 % der Versicherungsprämien.
  • Familienversicherung: Der Arbeitgeber übernimmt mind. 65 % der Prämien für die Versicherung.

Zu dieser finanziellen Unterstützung sind amerikanische Arbeitgeber verpflichtet. Beteiligen sie sich nicht an den Prämienzahlungen ihrer Arbeitnehmer, fallen sonst Gebühren an, die bei 8 % der Ausgaben für Gehälter und Löhne liegen. Hiervon sind nur kleine Unternehmen befreit, deren Personalkosten sich auf max. $ 0,5 Mio. belaufen. Kleinunternehmen werden zudem mit steuerlichen Nachlässen unterstützt, damit sie ihre Mitarbeiter bei der Krankenversicherung unterstützen können.

Krankenversicherung in den USA über eine private Krankenversicherung

Wollen Sie sich als Auswanderer selbst versichern, so muss Ihre Krankenversicherung die weiter oben aufgelisteten minimalen Anforderungen leisten. Diese sollten Sie sich von ihrer Krankenversicherung schriftlich bestätigen lassen. Die Bestätigung können Sie dann der Steuererklärung beilegen und umgehen damit, dass Sie Strafgebühren leisten müssen.

Versichern Sie sich über eine deutsche oder andere internationale Krankenversicherung, sollten Sie dabei an folgende Dinge denken:

  • Dauer des Aufenthaltes in den USA und damit Dauer der Versicherung: mit oder ohne zeitliche Begrenzung
  • bei Wunsch nach Rückkehr: Krankenversicherungsschutz nach Ihrer Zeit in den USA, Anwartschaft oder Stilllegung der deutschen Krankenversicherung

Beratung zur Krankenversicherung in den USA

Sie haben noch Fragen zu Ihrer Krankenversicherung in den USA? Kontaktieren Sie uns. Wir sind gern für Sie da.