Leben und Arbeiten in Innsbruck

Welche Branchen sind in Innsbruck beliebt?

Früher vor allem durch textile Produktion und Handel mit Loden bekannt, liegt die Wirtschaftskraft von Innsbruck heute hauptsächlich auf dem Finanzsektor.

Versicherungs-, Finanz- und Immobilienwirtschaft schaffen entsprechend einen Großteil der wirtschaftlichen Leistung der Region. Sie sind gleichzeitig der zwischen In- und Ausland vernetzteste Wirtschaftsbereich. Das macht Entsendungen aus Deutschland in dieser Branche für die Grundlage einer Arbeit in Innsbruck leichter möglich und liegt näher.

Darüber hinaus spielt der Mittelstand in der Stadt eine wichtige Rolle. In Innsbruck arbeiten über 50.000 der knapp 130.000 Einwohner in mittelgroßen Betrieben mit 200 bis 500 Mitarbeitern.

In den Medien arbeiten im Bereich der Presse und des Österreichischen Rundfunks ebenfalls viele Menschen. Mit entsprechender Wirkung auf den kreativen Wirtschaftsbereich.

Daneben beschäftigen das Österreichische Bundesheer und die Öffentliche Hand nicht wenige Angestellte. Für Arbeitnehmer aus dem Ausland hat dieser Bereich traditionell jedoch eine untergeordnete Bedeutung.


Entsendung oder Direktbewerbung – was hat bessere Chancen?

Die Nivellierungen des europäischen Arbeitsrechts im Zuge rechtlicher Anpassungen auf EU-Ebene der Mitgliedstaaten machen es nicht mehr zentral wichtig, auf welche Weise der Beginn einer Arbeit im österreichischen Ausland erfolgt. Vor allem die administrativen Hürden für Arbeitnehmer sind abgebaut. In diesem Umfeld stehen Entsendung als Expatriate und die Aufnahme der Arbeit nach direkter Bewerbung.

Unterschiede sind jedoch in der Abwicklung von Steuern und Sozialabgaben von Bedeutung. Innsbruck liegt nicht weit von der deutsch-österreichischen Grenze entfernt, Reisen nach oder gar das Beibehalten des Wohnsitzes in Deutschland ist nicht unüblich, wenn jemand in Innsbruck arbeitet. Deutsches Steuerrecht bezieht sich hingegen im Wesentlich zunächst auf den hauptsächlichen Aufenthalts- und Lebensbereich, wenn es um die Ermittlung der Einkommenssteuerpflicht geht.

Lebt der Arbeitnehmer in Deutschland und hält sich hier über die Hälfte des Jahres auch auf („183-Tage-Regelung“) oder hat seinen angenommenen Lebensmittelpunkt hier (was z.B. dann angenommenen wird, wenn die Familie bei nicht-getrennt-Lebenden in Deutschland wohnen bleibt), ist die Steuerzuständigkeit besonders gut zu prüfen.


Arbeit und Wohnen in Innsbruck

Innsbruck hat einen internationalen Ruf als Wintersportstadt (u.a. seit 1952 jährlicher Austragungsort der „Vier-Schanzen-Tournee“ im Skispringen) und touristisches Ausflugsziel.

Darüber hinaus ist die Stadt von überschaubarer Größe. Es wohnen in Innsbruck etwa 130.000 Menschen, damit ist die Stadt die fünftgrößte in Österreich.

Die Universität Innsbruck ist für die Stadtprägung nicht nur geschichtlich bedeutsam. Bis zu 30.000 Studierende sind jährlich immatrikuliert.

Die Mietpreise in Innsbruck unterscheiden sich zwischen einzelnen Stadtteilen erheblich. Es können Wohnungen, je nach Zustand und Lage, ab einem Quadratmeterpreis kalt von 9 Euro angemietet werden. In der Regel liegen die Preise jedoch höher.


Steuern und Sozialabgaben bei Arbeit im Ausland

Die Bewertung der Sozialversicherungs- und Abgabenpflicht hängt grundlegend vom hauptsächlichen Aufenthaltsort ab bzw. dem vom jeweiligen Finanzamt angenommenen Wohnort.

Erfahrungsgemäß sind die größten Unterschiede hier zwischen den Formen der Entsendung von Expatriates und der direkten Anstellung im Ausland zu finden.

Auch wenn rein arbeitsrechtlich aus Sicht des Arbeitnehmers wenige Unterschiede in der Abwicklung bestehen, sind die Vorschriften für Unternehmen unterschiedlich. Sie müssen aber verlässlich sein – auch bei Entsendungen innerhalb der EU – um größtmögliche Sicherheit zu bieten. Das Unternehmen haftet für die korrekte Abführung von Steuern.

  • Arbeit in Innsbruck
    Wer in Innsbruck arbeitet, lebt und angestellt ist, ist in der Regel umfassend in Innsbruck bzw. Österreich steuer- und abgabepflichtig. Steuerlich kann es Abweichungen geben, denn hier wird neben dem Hauptaufenthaltsort auch die Quelle der Einkünfte bewertet. So können für erzieltes Einkommen in Österreich, für Gewinne aus Kapitalanlagen, die in Deutschland anfallen, in Deutschland Steuern erhoben werden.
  • Doppelbesteuerungsabkommen
    Wie zwischen zahlreichen anderen Staaten besteht auch zwischen Deutschland und Österreich ein Doppelbesteuerungsabkommen. Es legt fest, dass für einmal in einem Land gezahlte Steuern das andere Land von seinem Besteuerungsrecht zurücktritt. Der Arbeitnehmer muss so nicht doppelt leisten.
  • Entsendungen
    Der Aufenthalt von Expatriates muss sehr sorgfältig geplant werden. Für Besteuerungen ist das Unternehmen verantwortlich und wird auch nachzahlungspflichtig bei Fehlern. Bewertet werden müssen Aufenthaltsort und Wohnort und die Quelle der Bezahlung, die ggf. noch im Inland liegen kann. Hier ist der Expatriate-Vertrag ausschlaggebend.