Arbeiten in Kanada Sozialversicherung

Wer im Job neue Herausforderungen sucht, geht oft ins Ausland. Zahlreiche neue Erfahrungen ermöglichen nach einer Rückkehr in die Heimat viele neue Karrieremöglichkeiten. Oft sind Auslandsaufenthalte heute aber auch ein völlig normaler Bestandteil im Berufsalltag. Egal in welcher Situation und aus welchen Beweggründen sich jemand zum Arbeiten in Kanada entschließt, sollte er die Sozialversicherung in jedem Fall berücksichtigen. Sie bietet essenziellen Versicherungsschutz, der aber gerade Ausland nicht immer vollständig gegeben sein muss. Hinzu kommt, dass während des Auslandsaufenthaltes auch Sozialversicherungspflicht im Zielland besteht.

Arbeiten in Kanada Sozialversicherung

Wie in vielen anderen außereuropäischen Ländern stellt auch beim Arbeiten in Kanada die Sozialversicherung einen etwas heiklen Punkt dar, der immer wieder mit Herausforderungen verbunden sein kann. Grundsätzlich gilt bei der Sozialversicherung das sogenannte Territorialprinzip. Das heißt, in jedem Land gilt das Sozialversicherungsrecht, in dem eine Person arbeitet. Wer also zum Arbeiten nach Kanada geht, unterliegt automatisch auch dem dortigen Sozialversicherungsrecht. Gleichzeitig kann aber auch in Deutschland noch Sozialversicherungspflicht bestehen. Unter Umständen kann es dadurch zu einer doppelten Sozialversicherungspflicht kommen. Um solche Doppelversicherungen zu vermeiden, hat Deutschland mit zahlreichen Staaten Sozialversicherungsabkommen geschlossen. Sie sollen Doppelversicherungen vermeiden. Ein solches Abkommen besteht auch zwischen Deutschland und Kanada. In diesem Fall umfasst es allerdings nur die Rentenversicherung und speziell in der kanadischen Provinz Quebec auch noch die Unfallversicherung. In allen anderen Zweigen der Sozialversicherung kann es beim Arbeiten in Kanada zu einer Doppelversicherung kommen.

Arbeiten in Kanada – Sozialversicherung abhängig von Beschäftigungsart und -dauer

Ob und auf welche Weise eine Person beim Arbeiten in Kanada der Sozialversicherung unterliegt oder nicht, richtet sich nach der dort geltenden Gesetzgebung. Üblicherweise unterliegt der kanadischen Sozialversicherungspflicht, wer dauerhaft in Kanada arbeitet, oder wer eine Beschäftigung bei einem dort ansässigen Unternehmen aufnimmt.

Etwas anders verhält es sich beim Arbeiten in Kanada mit der Sozialversicherung bei Arbeitnehmern, die im Rahmen ihres (deutschen) Beschäftigungsverhältnisses für eine Weile im Auftrag ihres Arbeitgebers in Kanada arbeiten. In diesem Fall liegt häufig eine sogenannte Entsendung vor. Voraussetzung dafür ist vor allem, dass:

  1. Das Beschäftigungsverhältnis weiterhin besteht und der Beschäftigte im Rahmen der Möglichkeiten weiterhin ins Unternehmen des Arbeitgebers eingebunden ist
  2. Der Auslandsaufenthalt von Anfang an zeitlich auf maximal 60 Monate begrenzt ist.

Liegt eine Entsendung vor, besteht während des Auslandsaufenthaltes vollständige Sozialversicherungspflicht in Deutschland. Das gleiche gilt auch für Leistungsansprüche. Ist eine Entsendung nicht gegeben, hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, einen begründeten Antrag auf eine Ausnahmevereinbarung zu stellen. Stimmen die deutschen wie auch die kanadischen zuständigen Stellen dem Antrag zu, kann auch in diesem Fall beim Arbeiten in Kanada Sozialversicherungspflicht und -schutz in Deutschland weiter bestehen.

Regelungen zur Sozialversicherung beim Arbeiten in Kanada – Krankenversicherung

Eine zentrale Rolle spielt innerhalb der Sozialversicherung beim Arbeiten in Kanada vor allem die Krankenversicherung. Liegt, etwa im Rahmen einer Entsendung, nach wie vor der gesetzliche deutsche Sozialversicherungsschutz vor, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen seiner Krankenkasse. Allerdings gelten für Leistungen im Ausland besondere Regeln. Nicht immer sind dadurch alle Leistungen, die der Versicherte im Ausland in Anspruch nimmt, oder auch nehmen muss, von der deutschen Krankenkasse gedeckt. Im Klartext bedeutet das, dass der Versicherte oft einen Teil der Kosten selber tragen muss.

Aber auch für Privatversicherte gelten beim Arbeiten in Kanada häufig Einschränkungen der Leistungen. Nicht selten sind Leistungen im Ausland im Vertrag nämlich ganz ausgeschlossen. Um entstehende Lücken im Versicherungsschutz zu schließen, sollten sowohl gesetzlich wie auch privat versicherte Personen vor einem Auslandsaufenthalt den bestehenden Versicherungsschutz genau prüfen und gegebenenfalls eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung abschließen. Sie schließt nicht nur eventuelle Lücken im Versicherungsschutz, sondern beinhaltet viele Leistungen, die während eines Auslandsaufenthaltes durchaus angebracht sind. Etwa einen Krankenrücktransport nach Deutschland.

Arbeiten in Kanada – zur Sozialversicherung individuell beraten lassen

Weil beim Arbeiten in Kanada die Sozialversicherung von vielen verschiedenen, teils sehr individuellen Faktoren abhängt, sollte in jedem Fall eine ausführliche Beratung erfolgen. Dabei können sowohl die Versicherungspflicht in den beiden Ländern, sowie eventuelle Lücken im Versicherungsschutz ermittelt werden. Sowohl in der Krankenversicherung wie auch in den übrigen Zweigen der Sozialversicherung. Anschließend lassen sich bei Bedarf Lücken mit privaten Versicherungsangeboten gezielt schließen.