Arbeiten in Großbritannien Sozialversicherung

Ein Arbeitsaufenthalt im Ausland ist eine gute Möglichkeit, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln und die Karriere ein gutes Stück voranzubringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schritt aus eigenen Stücken gewagt wird, oder ob der Aufenthalt im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses stattfindet. Dank des immer stärkeren Zusammenwachsens der Europäischen Union, ist es immer einfacher, grenzübergreifend zu arbeiten und seien Wohnort innerhalb der EU zu verlegen. Genauso wie bei jedem Auslandsaufenthalt, spielt auch beim Arbeiten in Großbritannien die Sozialversicherung eine besonders wichtige Rolle. Sie stellt einen essentiellen Schutz dar. Probleme oder gar Lücken im Versicherungsschutz sollten von Anfang an ausgeschlossen werden.


Arbeiten in Großbritannien Sozialversicherung

Die Sozialversicherung stellt beim Arbeiten im Ausland grundsätzlich einen heiklen Punkt dar, der nicht selten mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Das gilt beim Arbeiten in Großbritannien genau so wie in jedem anderen Zielland. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass gerade bei der Sozialversicherung das Territorialprinzip gilt. Das bedeutet, dass jeder Staat selber entscheidet, wer wann unter welchen Voraussetzungen sozialversicherungspflichtig ist und wer nicht. Unabhängig davon:

  • wo eine Person lebt oder
  • wo der Arbeitgeber seinen Firmensitz hat.

So gilt in Großbritannien zum Beispiel, dass jede Person, die einer Arbeit nachgeht, ausnahmslos sozialversicherungspflichtig ist. Das gilt zum Beispiel auch für Selbstständige. Aufgrund des Territorialprinzips kann es immer wieder zu Kompetenzproblemen und mitunter auch zu Doppelversicherungen kommen. Um diese Probleme mit der Sozialversicherung beim Arbeiten in Großbritannien soweit wie möglich auszuschalten, gibt es europaweite Abkommen und Verordnungen, die genau solche Probleme regeln.


Arbeiten in Großbritannien – Sozialversicherung abhängig von Beschäftigungsart und -dauer

Von zentraler Bedeutung ist im Zusammenhang mit der Sozialversicherung beim Arbeiten in Großbritannien die Form der Beschäftigung. Wer für längere Zeit in Großbritannien arbeiten und vielleicht sogar dauerhaft dort leben möchten, sucht sich in der Regel einen Arbeitgeber im Land. In diesem Fall gilt üblicherweise die vollständige britische Sozialversicherungspflicht. Mit allen verbundenen Pflichten und Leistungsansprüchen.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch viele Fälle, in denen beim Arbeiten in Großbritannien das deutsche Sozialversicherungsrecht gilt. Der Arbeitnehmer bleibt in diesen Fällen in Deutschland sozialversichert und hat nach deutschem Recht Leistungsansprüche. Das deutsche Sozialversicherungsrecht bleibt insbesondere immer dann bestehen, wenn eine:

vorliegt. Eine Entsendung liegt sehr häufig vor, wenn ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer zum Arbeiten nach Großbritannien „schickt“. Das heißt, der Arbeitnehmer arbeitet im Auftrag seines Arbeitgebers für dessen Rechnung. Eine entscheidende Grundvoraussetzung für eine Entsendung ist eine klare Befristung der Beschäftigung im Ausland auf maximal 24 Monate. Lässt sich die Dauer des Arbeitsaufenthaltes in Großbritannien nicht festlegen oder soll der Aufenthalt länger als 24 Monate dauern, liegt keine Entsendung vor und der beschäftigte kann nach britischem Sozialversicherungsrecht versicherungspflichtig sein. Eine weitere Möglichkeit auch in solchen Fällen beim Arbeiten in Großbritannien sozialversicherungspflichtig in Deutschland zu bleiben, bietet eine Ausnahmevereinbarung. Eine solche Vereinbarung muss sowohl bei den zuständigen Stellen in Großbritannien und Deutschland unter Angabe von Gründen beantragt werden. Nur wenn beide Seiten zustimmen, kann die betreffende Person auch ohne Entsendung für maximal fünf Jahre in Deutschland sozialversicherungspflichtig bleiben. In jedem Fall handelt es sich um eine Ermessensentscheidung.


Regelungen zur Sozialversicherung beim Arbeiten in Großbritannien – Krankenversicherung

Im Bezug auf die Sozialversicherung sollte beim Arbeiten in Großbritannien insbesondere die Krankenversicherung geklärt sein. Besteht beim Arbeiten in Großbritannien in Deutschland Sozialversicherungspflicht, besteht grundsätzlich auch in Großbritannien Krankenversicherungsschutz. Das gilt sowohl für den Versicherten wie auch für dessen Familie. Voraussetzung ist, dass eine europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorliegt. Das ist mit der deutschen Krankenversicherungskarte automatisch der Fall. Lediglich die Gültigkeitsdauer der Karte ist zu überprüfen.

Weil Krankenkassen jedoch grundsätzlich im Ausland nur die nach dortigem Recht gesetzlichen Leistungen übernehmen, kommt es immer wieder zu Versicherungslücken oder Unsicherheiten bei der Kostenübernahme. Um dies zu vermeiden, sollten Versicherte den tatsächlichen Versicherungsschutz ihrer Krankenkasse beim Arbeiten in Großbritannien genau prüfen. Lücken lassen sich zum Beispiel mit privaten Auslandsversicherungen gezielt schließen. Das gilt in gleichem Maße auch für Privatversicherte. Ihr Versicherungsschutz erstreckt sich nicht in jedem Fall auch auf das Ausland oder ist im Ausland nur für einen bestimmten – meistens recht kurzen – Zeitraum gegeben. In diesem Fall ist eine Anpassung des Versicherungsschutzes notwendig. Viele private Krankenversicherungen bieten dies an. Ist eine solche Anpassung nicht möglich, kann es sinnvoll sein, den bestehenden Versicherungsvertrag ruhen zu lassen und eine neue private Krankenversicherung speziell für den Auslandsaufenthalt abzuschließen.


Arbeiten in Großbritannien – zur Sozialversicherung individuell beraten lassen

Die Abkommen und Verordnungen auf EU-Ebene regeln im Zusammenhang mit der Sozialversicherung beim Arbeiten in Großbritannien bereits viele Dinge und lassen zahlreiche Probleme gar nicht erst aufkommen. Um letzte Unklarheiten und Restrisiken zu vermeiden, sollte vor dem Arbeiten in Großbritannien die Sozialversicherung auf jeden Fall individuell geprüft werden. Aufgrund zahlreicher persönlicher Faktoren kann es immer wieder zu Abweichungen vom Normalfall kommen. Eventuelle Lücken im Versicherungsschutz lassen sich mit privaten Versicherungsangeboten gezielt schließen.