Pflegeversicherung beim Arbeiten in Großbritannien

Wer zum Arbeiten ins Ausland geht, unterliegt grundsätzlich dem dortigen Sozialversicherungssystem. Gleichzeitig kann auch Sozialversicherungspflicht in Deutschland und damit  Versicherungspflicht in der deutschen Pflegeversicherung beim Arbeiten in Großbritannien bestehen. Um eine Doppelversicherung zu vermeiden, gelten in den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sogenannte EWG-Verordnungen. Sie regeln, wann ein Arbeitnehmer wo Sozialversicherungspflichtig ist.


Pflegeversicherung beim Arbeiten in Großbritannien – abhängig von Dauer und Art der Beschäftigung

Sozialversicherungspflicht in Deutschland und damit die Pflicht zur Pflegeversicherung beim Arbeiten in Großbritannien hängt maßgeblich davon ab, ob es sich bei der Beschäftigung um eine sogenannte Entsendung handelt. Im Falle einer Entsendung gilt die deutsche Sozialversicherungspflicht auch im Ausland unabhängig davon, ob die betroffene Person im Zielland ebenfalls der Sozialversicherungspflicht unterliegt oder nicht. Im Rahmen von Sozialversicherungsabkommen oder im EWR im Rahmen der EWG-Verordnung ist geregelt, dass es dabei nicht zu einer Doppelversicherung kommt.

Eine Entsendung liegt insbesondere dann vor, wenn:

  1. Der Arbeitsaufenthalt im Ausland im Rahmen eines bereits bestehenden deutschen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses stattfindet
  2. Der Arbeitnehmer auch im Ausland dem Arbeitgeber gegenüber weisungsgebunden ist
  3. Die Dauer des Aufenthaltes vertraglich klar befristet ist (maximal 24 Monate)

Sind die Voraussetzungen für eine Entsendung erfüllt, gilt auch beim Arbeiten in Großbritannien die deutsche Sozialversicherungspflicht und damit die Pflicht zur Versicherung in der Pflegeversicherung.


Pflegeversicherung beim Arbeiten in Großbritannien ohne Entsendung

Wer zum Arbeiten nach Großbritannien geht und dabei die Voraussetzungen für eine Entsendung nicht erfüllt, unterliegt in der Regel auch nicht mehr der deutschen Sozialversicherungspflicht, sofern das vorher der Fall war. Wer in diesem Fall seine bestehende Pflegeversicherung fortführen möchte, kann dies in vielen Fällen freiwillig tun. Dazu ist ein entsprechender Antrag zu stellen. Die freiwillige Fortsetzung ist insbesondere immer dann sinnvoll, wenn eine Rückkehr nach Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt geplant ist. Durch die freiwillige Fortführung lassen sich Vorversicherungszeiten sicherstellen, die für bestimmte Leistungsansprüche notwendig sind.


In jedem Fall beraten lassen

Im Zusammenhang mit der Sozial- und Pflegeversicherung beim Arbeiten in Großbritannien sind zahlreiche Punkte zu beachten. Dementsprechend schwierig kann es sein, im Einzelfall die Versicherungspflichten zu bestimmen. Aufgrund der zahlreichen persönlichen Faktoren sollte daher in jedem Fall eine individuelle Beratung erfolgen. Damit lassen sich die tatsächlichen Verhältnisse und Gegebenheiten klären. Gleichzeitig lassen sich in einer solchen Beratung immer auch eventuelle Versicherungslücken aufdecken. Sie sollten dann in jedem Fall gezielt mit privaten Versicherungsangeboten geschlossen werden.