Arbeiten in Großbritannien Lohnsteuer

Berufliche Auslandsaufenthalte stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, um interkulturelle Kompetenzen zu erwerben und die eigenen Sprachkenntnisse aufzufrischen und auszubauen. Damit sind sie eine ideale Möglichkeit, um auf der Karriereleiter einen Schritt weiter zu kommen. Denn auch Arbeitgeber wissen die im Ausland erworbenen Fähigkeiten zu schätzen. Wer sich für den Schritt ins Ausland entscheidet, sollte bei allen Vorteilen und Chancen immer auch berücksichtigen, dass mit dem Auslandsaufenthalt zahlreiche Herausforderungen organisatorischer und bürokratischer Natur verbunden sind. So sollte bereits im Vorfeld verlässlich geklärt werden, wo beim Arbeiten in Großbritannien Lohnsteuer zu zahlen ist.


Lohnsteuerpflicht beim Arbeiten in Großbritannien

Eine zentrale Rolle bei der Klärung der Frage, wo beim Arbeiten in Großbritannien Lohnsteuer zu zahlen ist, spielt der Wohnort des Steuerzahlers. Wer seinen Wohnsitz nach Großbritannien verlegt (d.h. seinen Wohnsitz in Deutschland vollständig aufgibt) und dort dauerhaft lebt, zahlt auch in Großbritannien Steuern. Das gilt in vielen Fällen auch dann, wenn der Steuerzahler zwar in Deutschland noch einen Wohnsitz hat, sich aber überwiegend in Großbritannien aufhält und dort arbeitet.

Eine Ausnahme von der Steuerpflicht in Großbritannien kann vorliegen, wenn die Arbeitstätigkeit in Deutschland verwertet wird. In diesem Fall kann auch in Deutschland eine Steuerpflicht entstehen.


Arbeiten in Großbritannien – Lohnsteuer bei deutschem Wohnsitz

Anders verhält es sich häufig mit der Lohnsteuer beim Arbeiten in Großbritannien, wenn der Steuerzahler zwar in Großbritannien arbeitet, seinen (Haupt-)Wohnsitz jedoch in Deutschland hat. Für die Besteuerung von Auslandseinkommen kommen vor allem drei verschiedene Formen der Besteuerung in Betracht:

  1. Das im Ausland erzielte Einkommen ist in Deutschland zu versteuern. Steuern, die eventuell bereits im Ausland abgeführt wurden, werden dabei berücksichtigt.
  2. Für bestimmte Tätigkeiten im Ausland kommt mitunter ein Auslandstätigkeitserlass in Frage und eine Freistellung vom Lohnsteuerabzug ist möglich.
  3. Es besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen dem Wohnsitz- und dem Tätigkeitsstaat.

Wie mit allen Staaten der Europäischen Union hat Deutschland auch mit Großbritannien ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Es sorgt dafür, dass nur in einem Staat Steuern gezahlt werden müssen und so eine Doppelbesteuerung ausgeschlossen ist.


Arbeiten in Großbritannien – Lohnsteuer im Rahmen des Doppelbesteuerungsabkommens

Zentraler Bestandteil des Doppelbesteuerungsabkommen ist eine Regelung, dass jeweils ein Staat auf sein Besteuerungsrecht verzichtet. Welcher Staat zugunsten des jeweils anderen auf sein Besteuerungsrecht verzichtet, richtet sich maßgeblich danach, wie lange die Tätigkeit in einem Staat ausgeübt wurde. Als Grenzwert gilt dabei die Dauer von sechs Monate bzw. 183 Tagen.

Das bedeutet, wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat und sich weniger als ein halbes Jahr zum Arbeiten in Großbritannien aufhält, muss sein Einkommen vollständig in Deutschland versteuern. Bei einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Ausland pro Steuerjahr ist das Einkommen im Tätigkeitsstaat zu versteuern. In der deutschen Steuererklärung ist das Einkommen ebenfalls anzugeben. Lohnsteuer ist auf das beim Arbeiten in Großbritannien erzielte und dort auch nachweislich versteuerte Einkommen in Deutschland nicht erneut zu zahlen. Das Einkommen fließt aber in die Ermittlung des Steuersatzes mit ein. Es erhöht also gegebenenfalls den Steuersatz, der auf weiteres, in Deutschland zu versteuerndes Einkommen zu zahlen ist.


Arbeiten in Großbritannien – zur Lohnsteuerpflicht beraten lassen

Die Frage, wo beim Arbeiten in Großbritannien Lohnsteuer zu zahlen ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Bei der Ermittlung der Steuerpflicht und vor allem der Steuerlast spielen zahlreiche Faktoren eine wichtige Rolle. Sicher ist vor allem, dass eine doppelte Besteuerung dank des deutsch-britischen Doppelbesteuerungsabkommens ausgeschlossen ist. Wer sich zum Arbeiten in Großbritannien entschließt, sollte möglichst bereits vor dem Auslandsaufenthalt klären, wann wo welche Steuern fällig sind. Auf diese Weise lassen sich Komplikationen und auch Strafen vermeiden. Einen intensive und vor allem individuelle Beratung zur Lohnsteuer beim Arbeiten in Großbritannien ist in jedem Fall angebracht.