Auslandskrankenversicherung in Großbritannien – Was bei Arbeitsaufenthalten zu beachten ist

Arbeiten in Großbritannien – medizinische Versorgung durch die National Health Services

Die Gesundheitsversorgung in Großbritannien ist ein Sonderfall in Europa. Es gibt keine Krankenversicherungen. Die Einwohner Großbritanniens sind über ein staatliches, durch Steuern finanziertes Gesundheitssystem (die National Health Services) versichert – die weltweit erste staatlich organisierte, kostenlose Gesundheitsversorgung.

Es sind jedoch nicht alle Dienstleistungen kostenlos. So fallen zum Beispiel für zahn- und augenärztliche Behandlungen Gebühren an, die jedoch subventioniert werden. Behandlungen in Krankenhäusern und Ambulanzen sowie beim Arzt sind dagegen kostenlos.

Die Dienste der National Health Services können Patienten sowohl in Krankenhäusern und Ambulanzen als auch bei Ärzten (Allgemeinmediziner, Fachärzte, Augen- und Zahnärzte) in Anspruch nehmen. Dazu berechtigt sind folgende Personengruppen:

  • Personen, die mindestens ein Jahr legal in Großbritannien leben
  • Bürger der Europäischen Union
  • Studenten, wenn sie mindestens sechs Monate in Großbritannien studieren
  • Personen mit einer britischen Arbeitserlaubnis

Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Großbritannien

Auch Angehörige der Staaten, mit denen Großbritannien ein die Gesundheit betreffendes bilaterales Abkommen getroffen hat, können sich im Rahmen der National Health Services behandeln lassen. Der Anspruch ist hierbei jedoch auf Notfälle beschränkt.

Ob die britischen oder die deutschen Sozialversicherungsvorschriften anzuwenden sind, hängt davon ab, ob die berufliche Tätigkeit ausschließlich in Großbritannien ausgeübt wird. Arbeitet der Arbeitnehmer ausschließlich in Großbritannien, werden die britischen Rechtsvorschriften angewandt – unabhängig davon, ob es sich um ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt. Wird der Arbeitnehmer jedoch im Rahmen einer Entsendung beschäftigt, so wird das deutsche Sozialversicherungsrecht angewandt.


Krankenschutz bei vorübergehender Arbeit in Großbritannien

Ist ein Selbstständiger oder Arbeitnehmer trotz einen vorübergehenden Arbeitsaufenthaltes weiterhin bei seiner gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland versichert, so hat er auch in Großbritannien Anspruch auf Sachleistungen bei Schwangerschaft oder Krankheit. Dies gilt ebenso für mitversicherte Familienangehörige, die ihn besuchen oder begleiten. Dafür nötig ist die europäische Krankenversicherungskarte, die von der jeweiligen Krankenkasse ausgestellt wird und meist auf der Rückseite der Chipkarte zu finden ist.


Private Krankenversicherung in Großbritannien

Die National Health Services kämpfen inzwischen mit strukturellen Problemen wie langen Wartezeiten und sinkender Qualität bei der Versorgung im Krankenhaus. Dies führt dazu, dass die Zahl der Privatversicherten steigt.

Sollten Sie nicht zu einer der oben genannten Personengruppen gehören, die die kostenlosen oder bezuschussten Dienste der National Health Services beanspruchen können, so ist eine private Krankenversicherung für Ihre Zeit in Großbritannien empfehlenswert. Viele Arbeitgeber bieten ihren Angestellten Policen für eine private Krankenversicherung an – sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an.


Beratung zur Krankenversicherung in Großbritannien

Sie haben noch Fragen, wie Sie sich in Großbritannien krankenversichern lassen können? Kontaktieren Sie uns. Wir senden Ihnen gern Informationsmaterial zu und beantworten Ihre Fragen.