Gesetze in Großbritannien

Gesetze in Großbritannien sind im Allgemeinen für Ausländer leicht zu erfassen. Sie sind eine langsam gewachsene Mischung aus dem sogenannten Case Law und modernen Regeln im alltäglichen Miteinander.


Gesetze in Großbritannien  im Überblick

Das Rechtssystem ist in vielen Jahrhunderten entstanden und hat sich den Anforderungen der jeweiligen Zeit angepasst. Die Gesetze in Großbritannien und die Regeln für die Bürger zeichnen sich aus Sicht eines Ausländers insbesondere dadurch aus, dass das Recht in Großbritannien ein Case Law ist. Es entwickelt sich noch heute hauptsächlich durch bestimme Einzelfälle, die schließlich zu den allgemeinen Regeln führen. Dazu treten gesetzliche Regeln allgemein, die aber ebenfalls in Einzelfällen weiterentwickelt werden.

Zum Vergleich zeigt eine Betrachtung des Deutschen Rechtssystems, dass hier von allgemeinen Gesetzen auf die Anwendung im Einzelfall geschlossen wird und nicht in die umgekehrte Richtung. Für Ausländer macht dies bei den Gesetzen in Großbritannien eher selten einen Unterschied. Gerade bei einem begrenzten Aufenthalt stehen die Alltagsregeln im Vordergrund.


Verkehrsregeln und Gesetze in Großbritannien

Neu ab 01. Oktober 2015 eingeführt enthalten die Gesetze in Großbritannien für Autofahrer das Verbot, im Fahrzeug – unabhängig vom  Besitz – zu rauchen, sofern sich Kinder in Wagen befinden. Cabrios sind eine Ausnahme.

Ansonsten ist der wesentliche Unterschied zum Fahren auf dem Kontinent, dass ein Linksfahrgebot besteht, wodurch natürlich auf der rechten Seite zu überholen ist. Wer mit seinem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, sollte die Einstellung der Scheinwerfer prüfen, um nicht von der Polizei wegen falsch eingestellter Scheinwerfer angehalten zu werden.

Wichtigste Regeln sind:

  • Eingeschränktes Parkverbot besteht, wenn am Fahrbahnrand eine gelbe Linie aufgezeichnet ist. Halten ist erlaubt sowie Parken zu ausgewiesenen Zeiten.
  • Absolutes Parkverbot besteht bei zwei gelben Linien.
  • Absolutes Halteverbot wird durch zwei rote Linien gekennzeichnet.
  • Eingeschränktes Halteverbot zwischen 7 Uhr morgens und 19 Uhr Abends ist an einer einzelnen roten Linie erkennbar.
  • Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird in Meilen gemessen und beträgt 30 Meilen (innerorts), 60 Meilen (außerhalb geschlossener Ortschaften), 70 Meilen auf der Autobahn.
  • Schnallen Sie sich an und achten darauf, dass dies auch alle anderen Insassen erledigen. Fahrer und Beifahrer müssen sich anschnallen. Passagiere auf dem Rücksitz immer dann, wenn Sicherheitsgurte vorhanden sind. Kinder sind zu sichern und haben bis zum 14. Lebensjahr nichts auf dem Vordersitz zu suchen.
  • Telefonieren im Fahrzeug ist mit Freisprecheinrichtung erlaubt.
  • Fahren unter Einfluss wird teuer und kann zu empfindlichen Strafen führen.

Kommt es zu einem Verkehrsunfall, sollten Sie diesen umgehend der Autovermietung oder Ihrem Versicherer melden. Diese hilft bei der Wahrnehmung Ihrer Interessen und verfügt über die richtigen Ansprechpartner, die sich mit den Feinheiten der Gesetze in Großbritannien auskennen.

Müssen Sie ein Bußgeld zahlen, weil Sie einen Verkehrsverstoß begangen haben, prüfen Sie, ob Sie möglicherweise einen Rabatt durch die Zahlung binnen einer vorgegebenen Frist erhalten. Die Gesetze in Großbritannien sehen derartige Erleichterungen für schnelle Zahler vor.


Gesetze in Großbritannien zu Miete und Eigentum

Anders als zum Beispiel in Deutschland sind Mietobjekte nicht der Regelfall. Die Gesetze in Großbritannien beziehen sich auch eher auf Immobilieneigentum. Für einen begrenzten Aufenthalt im Land werden Sie allerdings selten gleich ein Haus oder eine Wohnung kaufen wollen. Wenn Sie ein Apartment anmieten, erhalten Sie zumeist einen begrenzten Mietvertrag von einem Jahr, in dem die verbrauchsabhängigen Nebenkosten vom Mieter direkt zu tragen sind. Prüfen Sie die Klauseln möglichst genau und in Ruhe, um später keinen Ärger mit Ihrem Vermieter wegen vermeintlicher Versäumnisse zu haben.

Sollten Sie dennoch über den Kauf einer Immobilie nachdenken, müssen Sie wegen der geltenden Gesetze in Großbritannien zwischen zwei besonderen Eigenschaften des Objekt genau unterschieden:

  • Leasehold
  • Freehold

Leasehold entspricht ungefähr dem Erbpachtrecht in Deutschland. Sie erwerben also das Recht an allem auf dem Grundstück, aber keineswegs das Grundstück selbst. Je nach verbliebener Dauer der Pacht kann diese beim Vertragsschluss verlängert werden. Ebenfalls anders als zum Beispiel in Deutschland sind derartige Erbpachtvereinbarungen weit verbreitet und die Zahl der Fremdeigentümer von Grundstücken hoch.

Teurer – weil aufgrund der Gesetze in Großbritannien frei von Rechten Dritter – sind Immobilien mit dem Freehold-Vermerk. Hier erwerben Sie Haus und Grund und können dieses im Rahmen der zulässigen Bauvorschriften zeitlich unbegrenzt und ohne die Notwendigkeit der Verlängerung weiternutzen.


Arbeitsrecht in Großbritannien

Die Gesetze in Großbritannien sind zwar auch nicht frei von dem Bedürfnis nach staatlicher Regulierung, doch im Arbeitsrecht wird die individuelle Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch höher eingestuft als in anderen europäischen Rechtssystemen. Solange bestimmte Grundvorschriften über den Mindestlohn, Mutterschutz und Ruhezeiten eingehalten werden, können die Parteien relativ frei über die Klauseln im Arbeitsvertrag entscheiden.

Dies sollten Sie beachten, wenn Sie als EU-Bürger mit längeren Wochenarbeitszeiten oder Urlaubsregelungen Bekanntschaft machen. Grundsätzlich sind die Gesetze in Großbritannien zurückhaltend und überlassen die Absprachen den direkt Beteiligten.


Gesetze in Großbritannien – Fazit

Als Ausländer und EU-Bürger ist es relativ unkompliziert, die Gesetze in Großbritannien mit unmittelbaren Auswirkungen für den Besucher zu verstehen und sich daran zu halten. Je nach Rechtsgebiet empfiehlt sich die Einschaltung eines Anwalts oder die Rechtsberatung noch vor Antritt der Reise. Mögliche Sonderregelungen in einigen Teilen Großbritannien sollten bei Bedarf ebenfalls vorher erfragt werden.