Krankenversicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) – Was bei Arbeitsaufenthalten zu beachten ist

Arbeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) – medizinische Versorgung vor Ort

Die medizinische Versorgung in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist je nach Region verschieden. In den Städten kann sie als relativ gut bezeichnet werden, in den ländlichen Gebieten ist sie dagegen nicht immer mit der in Europa zu vergleichen. Deutschsprachige Ärzte gibt es in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor allem in den größeren Städten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate zählen nicht zur Europäischen Union und auch nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum, weswegen die deutsche Krankenversicherung kaum bis gar nicht für dort erbrachte Leistungen aufkommt. Es wird daher empfohlen, sich bereits im Vorfeld des Arbeitsaufenthaltes in den Vereinigten Arabischen Emiraten um eine ausreichende, weltweit gültige Krankenversicherung zu kümmern.

Wer Medikamente benötigt, darf sie unter Umständen nur mit ärztlicher Verordnung einführen. Die persönliche Reiseapotheke ist daher vor Reiseantritt auf bestimmte Medikamente und Inhaltsstoffe zu überprüfen und mit den gesetzlichen Vorschriften zu vergleichen. Hier kann die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate zur Information herangezogen werden.


Auslandskrankenversicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten – Krankenversicherungspflicht in den VAE

Seit 2014 gilt nun in den drei Emiraten Abu Dhabi, Saudi-Arabien und Dubai eine Krankenversicherungspflicht. Das bedeutet, dass Unternehmen in diesen Emiraten verpflichtet sind, ihre Arbeitnehmer mit einer Basiskrankenversicherung auszustatten.

Der Arbeitgeber fungiert dabei als Versicherungsnehmer und hat die Versicherungsbeiträge zu zahlen. Diese darf er übrigens nicht an die Arbeitnehmer weiterreichen. Diese Regelung gilt auch für Angestellte so genannter „Free Zones“. Familienangehörige können in der Basiskrankenversicherung ebenfalls abgesichert werden. Die Kosten hierfür müssen dann jedoch selbst getragen werden. Soll eine Daueraufenthaltsgenehmigung (Visa) beantragt oder verlängert werden, so gilt diese Krankenversicherung je nach Emirat als obligatorische Voraussetzung.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es ein breites Angebot an privaten Krankenversicherungen, die sich jedoch stark in den Leistungen und den erhobenen Beiträgen unterscheiden. Augen- und zahnärztliche Leistungen sind grundsätzlich nicht im Versicherungsschutz enthalten, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall.

In Deutschland sind wir es gewohnt, uns unsere Ärzte frei wählen zu können. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist dies nicht so. Hier müssen die Versicherten zu jenen Ärzten und Apotheken gehen, mit denen die jeweilige Krankenversicherung einen Vertrag abgeschlossen hat. Liegt jedoch ein Notfall vor, so sind Krankenhäuser verpflichtet, erste Hilfe zu leisten. Hiernach erfolgt aber die Überweisung zum Vertragsdienstleister der entsprechenden Krankenversicherung.

Hat der Versicherte Vorerkrankungen, so werden anfallende Kosten dafür von der Basiskrankenversicherung in den ersten Monaten der Versicherung in der Regel nicht übernommen.


Auslandskrankenversicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten – privater Versicherungsschutz für Arbeitsaufenthalte in den VAE

Abhängig davon, ob sich der emiratische Arbeitgeber auf die obligatorische Basiskrankenversicherung beschränkt oder seinen internationalen Arbeitnehmern einen größeren Versicherungsschutz anbietet, ist es zu empfehlen, privat eine zusätzliche Krankenversicherung für die Zeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten abzuschließen. Je nachdem, wie lange man in den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeiten wird, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten:

  • Reisekrankenversicherung: Krankenversicherungsschutz für bis zu sechs oder acht Wochen pro Jahr
  • Auslandskrankenversicherung: für eine Reise, ein Jahr, fünf Jahre oder länger

Auslandskrankenversicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten – Krankenversicherungspflicht in Deutschland

Wird ein Arbeitsnehmer in eines der Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, kann die dortige Krankenversicherungspflicht dazu führen, dass der Krankenversicherungsschutz in Deutschland nicht benötigt wird. Hier stehen zwei Entscheidungsmöglichkeiten zur Wahl.

Möglichkeit 1: Anwartschaft

Wahlmöglichkeit 1 ist, für die deutsche Krankenversicherung eine Anwartschaft zu beantragen. In diesem Fall erlischt der Leistungsanspruch für die Dauer der Entsendung. Während dieser Zeit sind niedrige Beiträge fällig, die garantieren sollen, bei der Rückkehr aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wieder in den früheren Tarif der Krankenkasse aufgenommen zu werden.

In Deutschland gilt jedoch eine Krankenversicherungspflicht. Das bedeutet, dass jeder Anspruch auf eine Krankenversicherung hat. Die Krankenkassen können einen Antrag auf Krankenversicherung daher nicht ohne Weiteres ablehnen. Bei Wiedereintritt in die Krankenversicherung werden aber abhängig davon, ob es sich um eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung handelt, verschiedene Kriterien angelegt. Die privaten Krankenversicherungen prüfen den gesundheitlichen Zustand des Versicherungsinteressierten erneut, die gesetzlichen Krankenversicherungen tun dies nicht. Es ist daher in jedem Falle individuell abzuwägen, ob eine Anwartschaft etwas nützt oder nicht.

Möglichkeit 2: Kündigung der deutschen Krankenversicherung

Wahlmöglichkeit 2 ist, die deutsche Krankenversicherung zu kündigen. Dies bewahrt vor doppelten Kosten, wenn doch nur eine der zwei abgeschlossenen Krankenversicherungen Leistungen erbringt.


Beratung zur Krankenversicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Sie haben noch Fragen zu Ihrem persönlichen Krankenversicherungsschutz in den Vereinigten Arabischen Emiraten? Fragen Sie uns. Wir stehen Ihnen gern beratend zur Seite.