Leben und Arbeiten in Shenyang

Rund 700 Kilometer nordöstlich von der chinesischen Hauptstadt Peking liegt die Stadt Shenyang. Sie umfasst mehr als 4,6 Millionen Einwohner und hat den Status einer Unterprovinzstadt, wovon es in China insgesamt 15 Stück gibt. Zählt man die Metropolregion hinzu, leben in Shenyang sogar mehr als 7,1 Millionen Menschen. Die Gründung der Stadt fand vermutlich etwa 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung statt. Während der Olympischen Sommerspiele 2008 war Shenyang Austragungsort mehrerer Fußballspiele.

Die klimatischen Verhältnisse in Shenyang entsprechen im Jahresdurchschnitt in etwa mitteleuropäischen Verhältnissen, wobei die Temperaturen einem deutlich stärker ausgeprägten jahreszeitlichen Wandel unterliegen.

Für chinesische Verhältnisse sehr stark ist die multikulturelle Prägung der Stadt, wodurch sie sich zunehmend zu einem kulturellen Zentrum der Region entwickelt. Für jede Menge Unterhaltung sorgen zum Beispiel zahlreiche Karaoke-Bars oder auch Bars und Discos nach westlicher Art.

Zu den touristischen Highlights der Stadt gehören die „Verbotene Stadt“ (nicht zu verwechseln mit der Verbotenen Stadt in Peking), der Palast der Mandschurenherrscher sowie mehrere Kaisergräber oder vier Pagoden – eine davon sogar im Originalzustand erhalten.


Wirtschaftliche Schwerpunkte in Shenyang

Ähnlich wie im kulturellen Bereich verfügt Shenyang auch im wirtschaftlichen Bereich über eine für chinesische Verhältnisse überdurchschnittlich hohe Vielfalt. Besonders stark vertreten sind die Wirtschaftsbranchen:

  • Chemische Industrie
  • Fahrzeug- und Maschinenbau
  • Hightech

Eine günstige Voraussetzung für die Entwicklung der chemischen Industrie bietet nach wie vor der Abbau von Kohle. Die Herstellung von chemischen Vorprodukten spielt daher eine große Rolle. Im Bereich des Fahrzeug- und Maschinenbaus sind insbesondere die Produktion von:

  • Werkzeugmaschinen
  • Lokomotiven
  • Landwirtschaftlichen Maschinen
  • Turbinen
  • Militärflugzeugen
  • Weltraumausrüstung

von großer Bedeutung. Eine besondere Förderung kommt der Hightech-Industrie insbesondere im südlichen Teil Shenyangs zu, wo ein eigenes Gebiet als Zone für Hightech-Industrie allen voran der Entwicklung und Produktion von Software zugeteilt wurde.


Arbeiten in Shenyang – auf welche Weise?

Zum Arbeiten im Shenyang kommen insbesondere zwei Möglichkeiten in Betracht:

  1. Eine Anstellung bei einem Unternehmen vor Ort
  2. Arbeiten im Auftrag eines deutschen Unternehmens (Entsendung)

In eigener Initiative in Shenyang eine Anstellung bei einem chinesischen Unternehmen zu finden, kann mitunter recht schwierig sein. Schließlich gilt es, sich gegen Mitbewerber durchzusetzen, die mit Land und Sprache mehr als vertraut sind.

Vergleichsweise einfach gestaltet sich hingegen eine Entsendung. Hierbei gilt es vor allem interne Auswahl- und Bewerbungsverfahren zu durchlaufen. Während des Aufenthaltes in Shenyang arbeitet der Betreffende Arbeitnehmer dann im Auftrag seines Unternehmens. Wichtige Kriterien einer Entsendung sind unter anderem:

  • Das Beschäftigungsverhältnis bei einem deutschen Unternehmen bleibt während des Auslandsaufenthaltes bestehen
  • Der Angestellte bleibt dabei grundsätzlich weisungsgebunden
  • Der Auslandsaufenthalt ist von Anfang an zeitlich klar begrenzt

Lohnsteuer und Sozialversicherung beim Arbeiten in Shenyang

Ob Kriterien für eine Entsendung erfüllt sind oder nicht, spielt insbesondere bei der Klärung und Festlegung der Sozialversicherungspflicht während des Aufenthaltes in Shenyang eine wichtige Rolle. Liegt eine Entsendung vor, besteht auch in Deutschland weiterhin Sozialversicherungspflicht. Um in einem solchen Fall eine doppelte Sozialversicherungspflicht zu vermeiden, hat Deutschland mit China ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen.

Auf ähnliche Weise ist auch die Besteuerung des Einkommens beim Arbeiten im Ausland in einem Doppelbesteuerungsabkommen geregelt. Es sorgt analog dafür, dass das Einkommen nicht sowohl in Deutschland als auch in China besteuert wird. Wann wo welche Steuern zu zahlen sind, ist jedoch von vielen individuellen Faktoren abhängig.


In jedem Fall professionell beraten lassen

Wer beim Arbeiten in Shenyang der deutschen Sozialversicherungspflicht unterliegt, hat damit grundsätzlich auch Anspruch auf Sozialleistungen. Die sind im Ausland jedoch gerade im Bereich der Krankenversicherung zum Teil sehr stark eingeschränkt, so dass sich Lücken im Versicherungsschutz ergeben können. Das gilt in ähnlicher Weise übrigens auch für Privatversicherte. Sie sollten in jedem Fall genau klären, in welchem Umfang sie auch im Ausland Leistungen erhalten. Lücken lassen sich in jedem Fall durch passende, gegebenenfalls auch ergänzende, Versicherungsangebote schließen.

Um zu klären, ob beim Versicherungsschutz beim Arbeiten in Shenyang Lücken bestehen, sollte vor einem Arbeitsaufenthalt im Ausland in jedem Fall eine individuelle und umfangreiche Beratung speziell zu den Themen Sozialversicherung und Steuern erfolgen.