Arbeiten in China Lohnsteuer

Berufliche Auslandserfahrungen sind heutzutage eine wichtige Voraussetzung um die Karriere voranzubringen. In vielen Branchen gehören Aufenthalte im Ausland bereits heute zum Alltag. Wer sich entschließt, seine interkulturellen Kompetenzen und auch sprachlichen Fähigkeiten auszubauen, kann beim Arbeitgeber punkten oder sich für neue Herausforderungen qualifizieren. Auch wenn Auslandsaufenthalte nichts Außergewöhnliches mehr sind, gilt es dennoch einige Dinge zu beachten. So stellt zum Beispiel beim Arbeiten in China die Lohnsteuer einen Punkt dar, der in jedem Fall zu beachten ist. Nicht immer lässt sich auf den ersten Blick erkennen, wo beim Arbeiten in China Lohnsteuer gezahlt werden muss.


Lohnsteuerpflicht beim Arbeiten in China

Ein zentraler Punkt bei der Klärung der Lohnsteuerpflicht ist immer die Frage, wo sich der Wohnsitz einer Person befindet, bzw. wo der gewöhnliche Aufenthaltsort liegt. Danach richtet sich maßgeblich, wo bei einem Auslandsaufenthalt Steuern zu zahlen sind.

Lohnsteuer ist beim Arbeiten in China insbesondere dann zu zahlen, wenn der Arbeitnehmer:

  • Seinen Wohnsitz in Deutschland aufgibt und ausschließlich im Arbeitsland – also China – lebt
  • Sich für eine Dauer von mehr als sechs Monaten, bzw. 183 Tagen im Ausland aufgehalten hat

Für die Berechnung der Dauer des Auslandsaufenthaltes sind ausschließlich die Kalendertage ausschlaggebend. Urlaubs-, Feier- oder auch Krankheitstage werden ebenso mitgezählt wie „echte“ Arbeitstage.

Hat der Arbeitnehmer beim Arbeiten in China weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland, verhält es sich mit der Lohnsteuer unter Umständen etwas anders und der Arbeitnehmer muss gegebenenfalls in Deutschland Steuern zahlen.


Arbeiten in China – Lohnsteuer bei deutschem Wohnsitz

Beim Arbeiten im Ausland kommen prinzipiell drei verschiedene Arten der Besteuerung in Frage, wenn der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz in Deutschland beibehält:

  1. Das Auslandseinkommen ist in Deutschland zu versteuern. Eventuell bereits im Ausland gezahlte Lohnsteuern werden dabei berücksichtigt.
  2. Im Rahmen eines Auslandstätigkeitserlasses ist eine Freistellung vom Lohnsteuerabzug möglich
  3. Es besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem betreffenden Arbeitsland. In diesem Fall ist eine Freistellung von der Lohnsteuern in Deutschland möglich.

Beim Arbeiten in China kommt der dritte Fall zum Tragen: Zwischen Deutschland und China besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen. Ziel des Abkommens ist es, eine doppelte Zahlung der Lohnsteuer beim Arbeiten in China zu vermeiden.


Arbeiten in China – Lohnsteuer im Rahmen des Doppelbesteuerungsabkommens

Arbeiten China – LohnsteuerZentraler Bestandteil des Doppelbesteuerungsabkommens zur Lohnsteuer beim Arbeiten in China ist der Verzicht eines Staates auf seinen Besteuerungsanspruch.

Das Besteuerungsrecht hat dabei der Staat, in dem ein Arbeitnehmer vorrangig tätig war.

Wer länger als 183 Tage pro Jahr in China arbeitet, zahlt prinzipiell dort seine Lohnsteuer. Allerdings muss das im Ausland erzielte und bereits versteuerte Einkommen auch in der deutschen Steuererklärung angegeben werden.

Es unterliegt nämlich dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, dass das Einkommen zur Berechnung des geltenden Steuersatzes herangezogen wird. Auf diese Weise können sich die Steuern für weiteres, gegebenenfalls in Deutschland zu versteuerndes Einkommen erhöhen. Bei der Berechnung der Aufenthaltsdauer in China ist zu berücksichtigen, dass auch Unterbrechungen von bis zu 90 Einzeltagen oder 30 Tagen am Stück als Zeiten des Aufenthaltes berücksichtigt werden.


Arbeiten in China – zur Lohnsteuerpflicht beraten lassen

Es ist nicht immer einfach, die Lohnsteuer beim Arbeiten in China korrekt abzuführen. Zahlreiche Kriterien entscheiden letztlich darüber, wo und wie genau Steuern zu zahlen sind und wie sich dies gegebenenfalls auf die Besteuerung im Heimatland auswirkt. Das zwischen Deutschland und China bestehende Doppelbesteuerungsabkommen vermeidet zwar, dass Steuern doppelt zu zahlen sind. Es trägt jedoch nicht immer zur Vereinfachung und Erleichterung der Verfahren bei. Unabhängig davon, ob ein Aufenthalt zum Arbeiten in China dauerhaft oder nur vorübergehend geplant ist, sollten Betroffene so früh möglich klären, wo beim Arbeiten in China Lohnsteuern zu zahlen sind. Idealerweise erfolgt dazu im Vorfeld des Auslandsaufenthaltes eine intensive und vor allem individuelle Beratung, die alle entscheidenden Kriterien des geplanten Auslandsaufenthaltes berücksichtigt.