Arbeiten in Chongqing

Chongqing ist eine von drei chinesischen regierungsunmittelbaren Städten. Sie ist damit als eigenständige Verwaltungseinheit direkt der chinesischen Regierung unterstellt. Das Gebiet der Verwaltungseinheit Chongqing geht dabei weit über die eigentlichen Stadtgrenzen hinaus und umfasst insgesamt etwa 29 Millionen Menschen. Im eigentlichen Stadtkerngebiet leben alleine 4,3 Millionen im Ballungsgebiet etwa 7,7 Millionen Menschen. Geprägt durch seine zentrale geografische Lage an der Einmündung des Jialing in den Jangtsekiang herrscht in Chongqing ganzjährig ein subtropisches Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 19,0 Grad Celsius.

Die Struktur der Stadt unterliegt einem massiven Wandel, was nicht zuletzt auf frühere Fehler in der Stadtplanungspolitik zurückgeht. Während im Stadtzentrum zunehmend moderne Bürogebäude entstehen, ist bezahlbarer Wohnraum inzwischen fast ausschließlich in den dezentraleren Lagen des Stadtgebiets zu finden.

Zu den touristischen Highlights der Stadt zählen unter anderem:

  • Luohan Si-Tempel
  • Mao Zedong-Haus
  • Chaotianmen-Yangtse-Brücke
  • Felsskulpturen von Dazu

Neben den touristischen Sehenswürdigkeiten ermöglichen bedeutende Museen und Theater ein vielseitiges Freizeitprogramm.


Wirtschaftliche Schwerpunkte in Chongqing

Die in Chongqing angesiedelte Wirtschaft lässt sich im Großen und Ganzen drei Bereichen zuordnen:

  1. Rohstoffgewinnung
  2. Rohstoffverarbeitung
  3. Dienstleistungen

Wichtige Wirtschaftszweige sind zum Beispiel:

  • Automobil- und Motorradindustrie
  • Elektronikindustrie
  • Aluminium-, Stahl- und Chemieindustrie
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Textilindustrie

Bedeutende Bodenschätze, die in der regierungsunmittelbaren Stadt abgebaut werden, sind Eisenerz, Barium, Strontium oder auch Quecksilber


Wie in Chongqing arbeiten?

Beim Arbeiten im Ausland kommen in der Regel insbesondere zwei Formen in Betracht:

  1. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses bei einem Arbeitgeber in Chongqing
  2. Entsendung durch den deutschen Arbeitgeber nach Chongqing

Die eigenständige Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses in Chongqing setzt in der Regel voraus, dass der Betreffende das reguläre Bewerbungsverfahren durchlaufen muss. Das heißt auch, dass er in Konkurrenz zu Mitbewerbern steht, die neben dem notwendigen Fachwissen oftmals auch noch als Muttersprachler über die besseren Sprachkenntnisse verfügen.

Etwas anders verhält es sich bei einer Entsendung. In diesem Fall wird der Betreffende im Auftrag seines deutschen Arbeitgebers nach Chongqing geschickt. Er handelt dort in dessen Auftrag. Um vom Arbeitgeber entsandt zu werden, müssen in der Regel nur interne Bewerbungs- und Auswahlprozesse durchlaufen werden.

Welche der beiden Arten der Beschäftigung im Ausland letztlich tatsächlich in Frage kommt und auch wirklich praktiziert wird, ist abhängig von den individuellen, persönlichen und auch beruflichen Verhältnissen.


Lohnsteuer und Sozialversicherung beim Arbeiten in Chongqing

Die Art des Arbeitsverhältnisses im Ausland spielt jedoch insbesondere eine entscheidende Rolle bei der Frage nach der Sozialversicherungspflicht während des beruflichen Aufenthaltes in Chongqing. Wer im Auftrag seines (deutschen) Arbeitgebers im Ausland arbeitet, unterliegt üblicherweise der deutschen Sozialversicherungspflicht, wenn:

  • Der Arbeitnehmer im Rahmen der Möglichkeiten weisungsgebunden bleibt
  • Der Aufenthalt im Ausland von vornherein zeitlich begrenzt ist
  • Die Lohnzahlungen aus Deutschland erfolgen

Gleichzeitig zur Sozialversicherungspflicht in Deutschland kann beim Arbeiten in Chongqing auch Sozialversicherungspflicht in China bestehen. Damit nicht in beiden Staaten Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen, hat Deutschland mit China ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen.

Aber nicht nur gesetzlich Versicherte müssen sich Gedanken um ihre Sozialversicherungspflicht und den damit immer auch verbundenen Versicherungsschutz machen. Auch wer privat versichert ist, sollte seinen Versicherungsschutz genau überprüfen. Gerade private Krankenversicherungen schließen Leistungen im Ausland oft nicht mit ein.

Ähnlich wie für die Sozialversicherung hat Deutschland auch für die Erhebung der Lohnsteuer mit China ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Es regelt, wer wann und wo Lohnsteuern zu zahlen hat und vermeidet auf diese Weise, dass Einkommen doppelt besteuert wird.


In jedem Fall professionell beraten lassen

Sowohl im Bereich der Sozialversicherungen sowie der entsprechenden privaten Vorsorge und Absicherungsmöglichkeiten sollten sich Personen, die in Chongqing arbeiten möchten, intensiv und vor allem individuell beraten lassen. Viele unterschiedliche Faktoren haben einen Einfluss darauf, welcher Versicherungsschutz gegeben ist. Eventuelle Lücken lassen sich gezielt mit zusätzlichen privaten Versicherungsangeboten schließen. Ebenso wie zur Sozialversicherung empfiehlt sich aus dem gleichen Grund auch eine Beratung zum Thema Steuern.